Kriseninterventionsteam: „Niemanden allein lassen“. Das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes verzeichnete im Vorjahr 50 Einsätze.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 16. April 2021 (03:51)
Die freiwilligen Mitarbeiter der Krisenintervention beraten, erklären und hören zu. 
RK / Mader

Etwa 50 Einsätze hatte das Kriseninterventionsteam der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Neulengbach im Vorjahr zu bewältigen. Nach einem Unfall oder anderen Rettungseinsätzen kann es sein, dass Angehörige, Freunde oder Kollegen Unterstützung benötigen. Für diese Menschen sind die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krisenintervention da: Die speziell geschulten Mitarbeiter werden oft angefordert, um unmittelbar nach einem Rettungseinsatz für die psychosoziale Betreuung zu sorgen.

Corona hat die Tätigkeit des KI-Teams verändert. Teamleiter Emanuel Binder berichtet: „Zunächst haben wir die gesamte Betreuung telefonisch durchgeführt. Das war eine Herausforderung, da besonders bei der Krisenintervention der persönliche Kontakt eine große Rolle spielt.“ Durch spezielle Schulungen konnten die ehrenamtlichen Helfer aber bestmöglich auf diese neue Situation vorbereitet werden.

„Zunächst haben wir die gesamte Betreuung telefonisch durchgeführt.“ Emanuel Binder über Änderungen wegen der Pandemie

Jetzt sind die Helfer wieder persönlich im Einsatz.

Die Zahl der Einsätze ist im Vorjahr nicht gestiegen. „Das Team der Bezirksstelle Neulengbach hat im letzten Jahr knapp 50 solcher Kriseninterventions-Einsätze absolviert“, berichtet Emanuel Binder. Niemand solle in einer traumatischen Situation nach einem Rettungseinsatz allein gelassen werden. „Wir sind sehr stolz, mit unseren freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesem Ausmaß für die Bevölkerung da sein zu können“, berichtet der Teamleiter.

Mitte 2020 wurde zusätzlich die „KI-Taskforce“ ins Leben gerufen. Hierbei waren besonders erfahrene und speziell geschulte Mitarbeiter der Krisenintervention niederösterreichweit im Einsatz, um Betroffene nach besonders schweren Einsätzen trotz der Pandemie persönlich zu betreuen. Dies geschah natürlich unter Einhaltung aller Schutz- und Hygienemaßnahmen.

Auch bei der KI-Taskforce waren Mitarbeiter der Bezirksstelle Neulengbach von Anfang an mit dabei. Emanuel Binder: „Wir freuen uns aber, dass seit Anfang April wieder unser gesamtes Kriseninterventions-Team für die Bevölkerung direkt vor Ort im Einsatz sein darf. Selbstverständlich erfolgt die Betreuung auch weiterhin unter den jetzt besonderen Schutzvorkehrungen.“