Schäden durch Biber: „Wir sind machtlos“. Plage / Die Nager richten enorme Schäden an Flussufern und in der Landwirtschaft an. Fangen ist nur mit Genehmigung möglich.

Von Christine Hell. Erstellt am 04. März 2014 (23:59)
NOEN, Christine Hell
Ein Werk der Biber: Im Dambach im Bereich Tausendblum haben die Tiere einen hohen Damm gebaut.
Von Christine Hell und Renate Hinterndorfer

NEULENGBACH / In Tausendblum haben Biber an einem kleinen Bach einen zweieinhalb Meter hohen Staudamm gebaut. Wiesen und Felder wurden dadurch überflutet. Durch die unterirdischen Gänge ist beinahe ein Traktor umgekippt. Nach wie vor sind die Biber im gesamten Neulengbacher Gebiet äußerst aktiv. „Wir sind machtlos“, ist Karl Gfatter höchst besorgt über die Entwicklung.

NOEN, Christine Hell
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Auch Bürgermeister Franz Wohlmuth sagt: „Im verbauten Gebiet werden die Tiere ein immer größeres Problem. Der Biber ist generell ein Thema, nicht nur bei uns in Neulengbach.“

Biber haben keine natürlichen Feinde 

Wie Karl Gfatter erklärt, war der Biber hierzulande lange nicht mehr heimisch: „Dann hat man ihn wieder eingesiedelt und jetzt haben wir das Problem.“ Biber haben keine natürlichen Feinde und vermehren sich dadurch rasant, darüber hinaus sind es überaus intelligente Tiere.

Schäden entstehen nicht nur durch das Abnagen von Bäumen, sondern auch durch die Dammbauten und den nachfolgenden Aufstau von Bächen. Nicht sichtbar sind jedoch die unterirdischen Gänge und Bauten der Biber, die besonders bei Hochwasser zur Gefahr werden und Hang- sowie Dammbrüche verursachen können.

Nur mit Lebendfalle einzufangen

Zur Minimierung der Biber gibt es einzig die Möglichkeit, ihn mittels einer Lebendfalle einzufangen, dazu ist eine Genehmigung der Bezirkshauptmannschaft, Abteilung Naturschutz, notwendig. Die gefangenen Biber sind dem Bibermanagement zu melden und zu übergeben.

„Auch Bär, Wolf und Luchs will man wieder einbürgern“, wundert sich Gfatter, „wir werden sehen, welche Probleme uns diese Tiere einmal machen werden.“ Schließlich seien die Lebensbedingungen heute ganz anders und der Lebensraum heute viel kleiner als vor vielen hundert Jahren, gibt Karl Gfatter zu bedenken.