Baustart nur mit Eisvogel-Schutz: Bagger starten in Neulengbacher Au

Baumaßnahmen beginnen. Brutplätze der Eisvögel sollen erhalten bleiben. Fischer mussten Notabfischung machen.

Erstellt am 11. Januar 2022 | 11:02
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Tausende Fische wurden bei einer Notabfischung vor Beginn der Bauarbeiten gerettet.
Foto: privat

Kopfzerbrechen bereitete den Stadtpolitikern die Au beim Laabenbach: Das Flussbau-Projekt im Schaubergerpark wurde nicht bewilligungsgemäß durchgeführt. Aufgrund der Dynamik des neuen Gerinnes kam es zu Uferanrissen. Die Gemeinde bekam wie berichtet den gewässerpolizeilichen Auftrag, bauliche Maßnahmen durchzuführen. Doch die Bezirkshauptmannschaft verhängte zunächst einen Baustopp, weil Eisvögel in dem Gebiet brüten.

Jetzt hat die Gemeinde von der BH den Bescheid für die Durchführung der Arbeiten bekommen. „Es gibt eine Entscheidung vom Landesverwaltungsgericht, was gemacht werden muss und darf“, hält Bezirkshauptmann Josef Kronister fest. Bei den Arbeiten muss speziell darauf geachtet werden, dass die Brutröhren des Eisvogels erhalten bleiben.

Am Montag haben die „Anpassungsmaßnahmen“ begonnen. Die Stadtgemeinde ist verpflichtet, die im Renaturierungsprojekt festgelegte Breite von zwölf Metern zwischen den Oberkanten des Bachbettes im neu geschaffenen Gerinne herzustellen. Mit einer Mischung aus Schotter, Erde und Weiden soll die Vorgabe erreicht werden.

Vizebürgermeister Paul Mühlbauer von den Grünen bedauert, dass die Maßnahmen notwendig sind: „Ziel ist es nun die Bauarbeiten möglichst zügig durchzuführen, damit sich die Au dann ohne grobe Eingriffe entwickeln kann.“ Positiv ist für Mühlbauer, dass auf den Schutz der Eisvögel geachtet werde: „Dennoch ist es traurig, dass Bagger in der Au notwendig sind, um das Projekt ordnungsgemäß herzustellen.“

Hicker-Kritik: Laichplätze der Fische werden zerstört

Kritik kommt vom Fischereiausübungsberechtigten Oswald Hicker: „Aus Sicht der Fischerei ist das der ungünstigste Zeitpunkt, da die wertvollen Laichplätze der Bachforelle in diesem Gebiet nun zerstört werden. Auch unterhalb der Baustelle werden die Fischeier und Larven, die sich in Schotterritzen befinden, durch Sedimentablagerungen zugedeckt und abgetötet. Eine ganze Generation der Nachzucht geht somit verloren.“

Das Team des Fischereirevieres Grosse Tulln I/1 hat eine Notabfischung kurz vor Baubeginn durchgeführt. Tausende Fische wurden gerettet und an anderen Stellen im Fluss ausgesetzt.