Region Neulengbach: „Kinder sind schon müde“. Ein ungewöhnliches Schuljahr ist zu Ende. Die NÖN fragte Direktoren, Lehrer, Schüler und Eltern, wie es ihnen ergangen ist.

Von Renate Hinterndorfer, Birgit Kindler und Ernst Klement. Erstellt am 08. Juli 2020 (05:37)
In zwei Etappen erhielten die Schüler der 3a der Volksschule Neulengbach von Lehrerin Ulrike Pasteiner die Zeugnisse überreicht. Voll Freude starteten auch Alex Gülüm, Valentin Pfeifenberger und David Leirer in die Sommerferien.
Monika Dietl

Nichts war in den vergangenen Wochen wie gewohnt. Auch der Schulschluss war heuer angesichts der Coronakrise ein ganz spezieller. In Gruppen aufgeteilt bekamen die Kinder der Volksschule Neulengbach ihre Zeugnisse, um zu viele Kontakte zu vermeiden. Für die Viertklassler gab es vor dem Schulhaus eine kleine Verabschiedung.

Die vergangenen Monate waren im Schulbereich eine große Herausforderung. Welche Folgen die Coronakrise haben wird, sei noch gar nicht absehbar, stellt die Neulengbacher Volksschuldirektorin Marietta Leibetseder fest. „Wir hoffen, dass wir im Herbst normal beginnen können, weil man mit dem System, wie wir es jetzt haben, nicht wahnsinnig viel weiterbringt.“

Schulbetrieb war schwierig

322 Schüler haben heuer die Neulengbacher Volksschule besucht. Die Organisation des Schulbetriebs unter den besonderen Rahmenbedingungen war schwierig. Trotz der Größe der Schule habe insgesamt aber alles gut funktioniert, zeigt sich Marietta Leibetseder zufrieden: „Die Kinder waren sehr diszipliniert.“

Doch das Lernen daheim in den ersten Wochen und dann der gestaffelte Unterricht waren für die Schüler eine große Umstellung. „Ich habe festgestellt, dass die Kinder schon sehr müde sind“, sagte die Direktorin zum Schulschluss. Es sei schwierig, den Unterrichtsstoff unterzubringen, wenn die Kinder nur die halbe Zeit in der Schule sind. Und es werde schwierig, das Versäumte aufzuholen.

Am Anfang wurden kaum neue Inhalte erarbeitet. Aber neun Wochen nur zu üben sei nicht machbar gewesen. Neues über Video oder Telefon zu vermitteln sei für die Pädagogen allerdings sehr schwierig gewesen: „Die Lehrer haben sich sehr bemüht und so gut wie möglich gearbeitet.“ Auch für die Eltern sei die neue Form des Unterrichts massiv anstrengend gewesen. Die Rückmeldungen zum „distance learning“ seien aber durchwegs positiv gewesen, fasst Leibetseder zusammen.

Vor dem Globus die Schüler der 1 A mit Noah Habel, Jonas Satlauer, Jakob Hinterleitner, Sebastian Klier, Sarah Pieringer (hockend) Raphael Perina, Markus Brosenbauer, Lukas Dornstauder und Celina Daxböck, sie freuen sich auf ihre Zeugnisse. Foto: Ernst Klement
NOEN

Auch im Neulengbacher Gymnasium wurde die Krisenzeit gut gemeistert. BORG-Elternvereinsobfrau Nadja Büchler betont: „Der Elternverein hatte zum Thema Shutdown, Corona und Distance-Learning keine einzige Anfrage oder Problemmeldung seitens der Eltern. Das junge und engagierte Lehrerteam hat rasch auf die neue Situation reagiert und aus der schwierigen Situation das Beste gemacht.“ Die Schüler seien selbstständig und können ihre Probleme in den meisten Fällen selbst regeln.

Auch an der Mittelschule Laabental haben die Schüler ihre Zeugnisse im Schichtbetrieb erhalten. Für die Schüler gab es keine großen Ansprachen und Schulabschlussfeste, seit 16. März hat sich die gesamte Klasse in der Schule nicht mehr gesehen. Es gab keinen Sportunterricht mehr, alle Sprachreisen und Sportwochen wurden gestrichen.

Mit Bangen warten Lehrer und Schüler der Mittelschule Laabental schon auf das kommende Schuljahr. Denn noch ist nicht sicher, wie es weitergehen wird. Gehofft wird auf einen „normalen“ Schulstart.

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