Segelflugzeug stürzte auf Einfamilienhaus. Vom Himmel gefallen / 24-Jähriger verlor über Stattersdorf an Höhe und krachte in Siedlungsgebiet. Pilot konnte selber noch aussteigen.

Von Daniel Lohninger und Alex Erber. Erstellt am 16. Juni 2014 (16:06)
NOEN, PAUL PLUTSCH 3241KIRNBERG

ST. PÖLTEN / Nicht schlecht staunten die Bewohner der Valkastraße in Stattersdorf, als sie am Sonntag-Nachmittag auf ihren Terrassen saßen: Gegen 15 Uhr krachte ein Segelflugzeug mit ohrenbetäubendem Knall in das Haus der Familie Stoll.

„Ich habe einen Schepperer gehört und gesehen, dass das halbe Dach runter fällt. Erst dann hab‘ ich den Grund dafür bemerkt – den Segelflieger“, erzählt eine Nachbarin, die den Vorfall aus wenigen Metern Entfernung mitverfolgt hatte. Dann habe sie gesehen, wie der Pilot aus dem zertrümmerten Cockpit stieg und geschockt im Garten herumgeirrt sei: „Das Blut ist ihm runtergeronnen.“

Wenig später war der ASBÖ St. Pölten vor Ort. Das Notarztteam versorgte den Leichtverletzten und lieferte ihn ins St. Pöltner Spital ein. Stunden später konnte er bereits entlassen werden.

Hausbesitzerin Christa Stoll war zum Unglückszeitpunkt nicht zu Hause und wurde von ihrem geschockten Sohn angerufen. „Mama, da ist ein Flugzeug ins Haus geflogen“, erzählte der Bursch. „Ich hab‘ das gar nicht glauben können“, schildert die geschockte Hausbesitzerin. Tatsächlich sei es aber ein Glück, dass niemandem viel passiert sei. Das Dach dürfte aber ein Totalschaden sein – Stoll: „Auf uns wartet wohl viel Arbeit.“ Die Feuerwehr Stattersdorf reparierte das Dach provisorisch. „Damit es nicht reinregnet“, wie Kommandant Thomas Spitzer festhält.

Unfallursache war fehlende Thermik – möglich, dass der Pilot die Situation falsch eingeschätzt hatte. Fest steht, dass der 24-Jährige – langjähriges Mitglied des Segelfliegerclubs Union Tulln – am Fliegerhorst Brumowski in Langenlebarn gestartet war und am Flugplatz in Völtendorf landen wollte. Vereinsobmann Christoph Reinsperger: „Ich bin zutiefst bestürzt.“

Nach der Freigabe des Wracks zerlegten es die 20 eingesetzten Feuerwehrleute, sicherten das Haus und räumten die Trümmer in den mittlerweile herbeigeschafften Flugzeug-Anhänger.

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