Wolf war in Wöllersdorf unterwegs. Es dürfte sich um ein Jungtier gehandelt haben, einen genetischen Nachweis gibt es noch nicht.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 29. Juli 2020 (04:11)
An der Hauptstraße in Wöllersdorf in der Gemeinde Brand-Laaben wurde dieser Wolf fotografiert.
privat

Fotos von vermeintlichen Wölfen sorgen derzeit auf facebook für Aufregung Eine Aufnahme soll einen jungen Wolf in Wöllersdorf in der Gemeinde Laaben zeigen. Bürgermeister Hermann Katzensteiner ist sich sicher: „Diese Aufnahme wurde bei uns in der Gemeinde gemacht und ich denke auch, dass es sich um einen Wolf handelt.“ Ungewöhnlich sei, dass das Foto gleich neben der Hauptstraße aufgenommen worden sei. „Das macht mich schon stutzig“, so Katzensteiner.

Der Bürgermeister, der selbst Landwirt ist, mahnt die Viehhalter jedenfalls zur Vorsicht, auf ihre Tiere Acht zu geben. „Ich treibe meine Kälber zum Beispiel am Abend rein und lasse sie nicht über Nacht draußen“, sagt er. Derzeit habe er aber noch nichts von gerissenen Schafen oder Ähnlichem gehört. Woher der Wolf kommt, kann sich Katzensteiner nicht erklären.

Wolfgang Embacher, Jagdpächter von Laaben II vermutet, dass es sich um einen „Durchzügler“ handeln könnte. Auch er ist überzeugt, dass es sich um einen Wolf handelt: „Möglicherweise ist er vom Geruch aus den Biomülltonnen angelockt worden, die auf dem Bild zu sehen sind. Ich würde den Wolf jedenfalls gerne treffen“, so Embacher.

Wölfe auch im Pielachtal

Wolfssichtungen soll es aber nicht nur im Laabental, sondern auch in der Gemeinde Schwarzenbach im Pielachtal gegeben haben. Das bestätigt auch Landesforstdirektor-Stellvertreter Hans Grundner. „Diese beiden Sichtungen im Laabental und im Pielachtal sind uns bekannt.“ Die auf den Fotos abgebildeten Tiere seien „sehr wolfsverdächtig. Einen genetischen Nachweis gibt es aber noch nicht“, erklärt Grundner. Die Bezirkshauptmannschaft sei über die Sichtungen ebenfalls informiert worden und würde die Situation beobachten. „Hier gibt es einen genauen Leitfaden, wie man damit umgeht“, so Grundner. Eine Vermutung woher der Wolf stammen könnte, hat er nicht. „Jener Wolf, der bis nach Mauerbach kam, stammte zum Beispiel aus einer italienischen Population“, erklärt der Landesforstdirektor-Stellvertreter. Derzeit würde es auch in anderen Bundesländern viele Wolfssichtungen geben. „Besonders Jungtiere sind sehr wanderlustig, das ist nicht ungewöhnlich“, weiß Grundner.