Ex-Blindenwohnheim: Interessenten für Beteiligung gesucht

Pläne für Verkauf des ehemaligen Heims in Unterdambach (Gemeinde St. Christophen): Gernot Steier will 94 Prozent der Anteile loswerden. Trotz Problemen mit der Umwidmung ist er optimistisch.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:49
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8241313_wwa48nbblindenheimundsteier_c_hell.jpg
Gernot Steier sucht Interessenten für das frühere Blindenheim.
Foto: Hell

Gerüchte, dass Gernot Steier das ehemalige Blindenwohnheim in Unterdambach wieder verkaufen möchte, kursieren derzeit. „Das ist die halbe Wahrheit“, sagt der Besitzer des Areals. „Die ganze Wahrheit ist, dass es von Anfang an als GesmbH. und CoKG angelegt war. Sechs Prozent bleiben bei mir, die restlichen 94 Prozent werden an andere Beteiligte verkauft“, so der Plan des Neulengbacher Juristen.

440_0008_8241626_wwa48nbblindenheimaktuell_c_hell.jpg
150 Wohnungen und 80 Zimmer, ein Konzertsaal, Seminarräume und eine kleine Kapelle gehören zum ehemaligen Blindenheim Harmonie in Unterdambach. Ein kleiner Teil wird derzeit genutzt.
Foto: Foto Hell, Archiv

Das Gebäude muss saniert werden, was mit großen Kosten und großen Abschreibungen verbunden sei, da sei es sinnvoll, Partner zu haben, hält Steier gegenüber der NÖN fest. Derzeit habe er einen Verlust von etwa 300.000 Euro pro Jahr. Wie kann man sich das leisten? „Ich habe Ersparnisse und die Hilfe von Freunden. Es ist nicht leicht, aber ein bissl geht es noch.“

Der Neulengbacher Rechtsanwalt hat die Liegenschaft der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Ende 2017 um 1,4 Millionen Euro gekauft - die NÖN hatte berichtet:

Sein Ziel: Unter dem Titel „Hoffnung leben – Hoffnung geben“ soll ein christlich geführtes Veranstaltungszentrum, der Campus Wienerwald, entstehen. Inklusives, generationsübergreifendes Wohnen und ein breites Angebot an Kultur, Bildung, Wellness und Spirituellem sollen realisiert werden. Pflegebedürftige Menschen sollen Platz finden, Landwirtschaft, Obst- und Gemüseanbau sollen betrieben werden.

Jetzt möchte Steier seine Anteile also scheibchenweise verkaufen. Angeblich gibt es einige Interessenten. „Aber bis jetzt scheitert es an der Umwidmung. Die Gemeinde ist sich wegen der Umwidmung nicht sicher, weil sich im Heim nichts tut. Umgekehrt tut sich nichts, weil es keine Umwidmung gibt“, so der Eigentümer der Liegenschaft.

Er hat bereits ein Gespräch mit dem neuen Bürgermeister geführt, ein weiterer Termin soll stattfinden. Steier wünscht sich eine Umwidmung teilweise für Seminarhotel, teilweise für Pflegeheim und ist optimistisch, dass das möglich ist. „Umwidmen zu Wohnungen kann jeder, da braucht es keine Phantasie.“

Für den Neulengbacher Bürgermeister Jürgen Rummel ist klar: „Wir würden uns freuen, wenn etwas Besseres zustande kommt, zum Beispiel im Gesundheitsbereich. Die Gemeinde führt Gespräche in alle Richtungen.“

Derzeit sind fünf Wohnungen vermietet, und die Pflegestation ist „bedingt reaktiviert“, so Steier. Vier Personen werden von Pflegekräften betreut. Ein Trakt der großen Anlage wird geheizt, der Rest wird frostfrei gehalten.