MNS-Maske vergessen: Kinder mussten Bus verlassen. Mund-Nasenschutz in St. Christophen vergessen: Chauffeur ließ Schüler nicht mitfahren. Das sorgt für Kritik.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 16. Oktober 2020 (03:25)
Diese Botschaften wurden auf zwei Busse geklebt.
privat

Drei Volksschulkinder durften in der Vorwoche den Schulbus von St. Christophen nach Neulengbach nicht benutzen: Sie hatten ihren einen Mund-Nasenschutz vergessen. Sie wollten bei der Haltestelle bei der St. Christophener Kirche in den VOR-Bus steigen, doch der Chauffeur habe sie hinausgeschmissen, kritisieren Eltern: „Das ist völlig unverhältnismäßig. Es handelt sich immerhin um Kinder.“

Die Schüler sollen ihre Jackenkrägen als Gesichtsschutz verwendet haben, doch das ließ der Fahrer nicht gelten. Weinend seien die Kinder dann bei der Haltestelle gestanden.

Am nächsten Tag wurden zwei Busse mit einer Botschaft beklebt, die zu mehr Menschlichkeit aufrief. Die beiden Busfahrer wurden wegen des Vorfalls angesprochen: „Sie waren sehr nett und bedauerten den Hinauswurf der Kinder durch ihren Kollegen“, berichtet ein Vater.

Für VOR-Pressesprecher Georg Huemer geht es um ein äußerst schwieriges Thema: „Denn einerseits müssen und wollen wir im Schülerverkehr besondere Rücksicht auf unsere kleinen Kunden und Kundinnen leben. Gerade Kinder verdienen es, in einer menschlichen und sicheren Welt aufzuwachsen, wo aufeinander Rücksicht genommen wird. Andererseits befinden wir uns unverschuldet mitten in einer Pandemie mit entsprechenden Sicherheitsvorschriften. Diese haben einen ernsten Hintergrund, sind nicht Jux und Tollerei!“

„Vorschriften sind nicht Jux und Tollerei“

Im öffentlichen Verkehr seien die Vorschriften nicht sonderlich kompliziert: eine Maske genügt, um sicher und unbehelligt unterwegs sein zu können. Die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste helfe auch mit und zeige Verantwortung. Georg Huemer betont: „In der Situation bedeutet Rücksicht und Solidarität: Maske tragen, die Situation ernst nehmen und helfen, die Auswirkungen der Pandemie möglichst klein zu halten.“

Beim VOR appelliert man an alle Eltern, den Kindern den Ernst der Situation zu vermitteln und somit zu einer sicheren und reibungslosen Mobilität für alle beizutragen. „Wir werden natürlich mit den betroffenen Busfahrern sprechen, damit diese möglichst sensibel gerade mit den kleinen Fahrgästen umgehen“, so Huemer zur NÖN.