Neue Gerüchte um das Blindenheim. „Stimmt nicht“, sagt Eigentümer zu Mutmaßungen, dass eine Sekte einzieht.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 17. September 2019 (04:19)
Hell
Seit die Hilfsgemeinschaft der Blinden ausgezogen ist, gibt es immer wieder Gerüchte um die Liegenschaft.

Ins ehemalige Blindenheim in Unterdambach könnte eine Sekte einziehen – diese Mutmaßungen kursieren derzeit in der Stadt.

„Dann bin ich wahrscheinlich der Guru“, lacht Gernot Steier, der Eigentümer des Hauses, als er von der NÖN von den Gerüchten erfährt. Es ist nicht das erste Mal, dass es Gerede um das frühere Heim der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen gibt. „Es hat schon geheißen, dass wir ein Heim für Haftentlassene oder eine Unterkunft für Asylwerber machen“, erinnert sich Rechtsanwalt Steier, der das Areal Ende 2017 gekauft hat und ein Wohnprojekt realisieren wollte.

„Es hat schon geheißen, dass wir ein Heim für Haftentlassene oder eine Unterkunft für Asylwerber machen"

Er betont, dass täglich eine heilige Messe gelesen wird, und dass im Haus zwei Patres – ein Dominikaner und ein Benediktiner – leben. „Jeder ist herzlich eingeladen, die Messe mitzufeiern“, betont der Neulengbacher.

Aber was plant er jetzt wirklich für das Heim? „Eine Kooperation mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik“, informiert Gernot Steier. Dort gibt es den Lehrgang „Green Care“, der sich mit positiven Auswirkungen der Natur auf kranke Menschen beschäftigt. Die Studenten hätten keine Praxisplätze, und diese könnten in Unterdambach entstehen, verrät der Jurist. Auch die Pläne für ein Wohnprojekt sind noch aktuell: „Die Hälfte des Hauses soll mit älteren Menschen gefüllt sein. Auch Kurzzeit- oder Übergangspflege ist möglich, Dauerpflege aber nicht“, führt der Heim-Besitzer seine Pläne aus.

„Die Hälfte des Hauses soll mit älteren Menschen gefüllt sein"

Jetzt geht es noch um die Frage der Umwidmung. Der Raumordnungsausschuss der Stadtgemeinde sieht laut Gernot Steier die Pläne positiv. Vorsitzender Alois Heiss erklärt auf Anfrage der NÖN: „Über den Ausschuss kann ich nichts sagen, das ist eine nicht-öffentliche Angelegenheit.“ Er selbst stehe dem Anliegen aber positiv gegenüber, merkt Heiss noch an: „Wir müssen mit der Liegenschaft ja etwas tun. Alles stehen und verfallen zu lassen ist nicht die Lösung.“