Die Neulengbacher Pläne für 2022: Ein Parteien-Rundblick

Mehr Photovoltaik, bessere Radwege, leistbares Wohnen, Konzept für Gesundheitszentrum – das wollen die Parteien angehen.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:34
Lesezeit: 3 Min
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Die Überarbeitung des Raumordnungsprogramms wird heuer ein großes Thema in der Stadtgemeinde Neulengbach. Foto: Gemeinde
Foto: Gemeinde Neulengbach

Die NÖN hat die sechs Fraktionsobleute zu ihren Plänen und Wünschen für das neue Jahr befragt. Bei der ÖVP steht die Fortsetzung des Infrastrukturprogramms im Vordergrund: „Das Sanierungsprogramm wird fortgesetzt. Wir haben auch vor, in die Planungsphase des finalen Ausbaus von Kanal und Wasser zu kommen. Hier haben wir noch etwas Aufholbedarf“, sagt Fraktionsobmann Florian Steinwendtner.

Gesundheits- oder Therapiezentrum als Thema

Wichtig sei auch, in die Photovoltaik zu investieren: „Nachhaltiges ökologisches Wirtschaften zur Sicherung der zukünftigen Generationen steht ganz oben auf dem Plan.“ Viele andere Projekte, wie etwa die Spielplatzoffensive, werden fortgesetzt, so Steinwendtner.

Infrastruktur-Projekte hält auch die Liste Heiss für wichtig. Der Bauzeitenplan für den Ausbau von Kanal und Wasser müsse dringend überarbeitet werden, so Fraktionsobmann Alois Heiss, die Bevölkerung von Untereichen, Ludmerfeld und Oberndorf habe ein Recht zu wissen, wann der Kanal gebaut werden soll.

Was die Stadt auch brauche, sei ein Gesundheits- oder Therapiezentrum: „Ziel ist es, eine moderne medizinische Versorgung außerhalb eines Krankenhauses zu schaffen“, sagt Heiss. Damit würden Wartezeiten auf Therapien und Anfahrtswege nach St. Pölten, Tulln, Krems oder Wien entfallen.

Als mögliche Standorte nennt Heiss das Rote Kreuz, den alten Sparmarkt oder das ehemalige Arbeiterheim. Mit Konzeptionierung und Standortwahl sollte man heuer beginnen. Weitere Projekte, die sich die LIste Heiss wünscht: Kinderspielplatz Tausendblum, Klimaschutzprogramm, verstärkter Ausbau von Glasfaser und 5G, Gehsteig in der Ebersbergerstraße zur Bahnstation, Wirtschaftsförderung.

Weniger Bodenverbrauch

Ein großes Thema ist in Neulengbach heuer die Neugestaltung der Raumordnung. Den Grünen ist wichtig, dass die Weichen in eine Zukunft mit weniger Bodenverbrauch, besserem Öffi-Angebot und ökologischer Bauweise gestellt werden. Fraktionsobfrau Barbara Löffler: „Ein Projekt, das uns am Herzen liegt, ist in diesem Zusammenhang auch die Belebung und Gestaltung des Hauptplatzes.“ Neue Wege werde die Gemeinde im Bereich der Jugendarbeit gehen, so Löffler. Der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden soll vorangerieben werden, Verbesserungen für den Radverkehr soll es geben.

Der SPÖ ist im Zusammenhang mit der Raumordnung besonders wichtig, dass es insbesondere für junge Leute im Ort in Zukunft genug leistbaren

Wohnraum gibt. „Die Altersstrukturen in Neulengbach sind in den letzten Jahren stark nach oben gegangen. Es wird uns nur durch ausreichend leistbaren Wohnraum und eine Attraktivierung des Zentrums gelingen, für junge Leute interessant zu bleiben“, sagt Fraktionsobfrau Julia Amplatz. Und: „Wir müssen auch ein Interesse daran haben Landwirtschaften und Grünflächen zu erhalten und Immobilienleerstand zu vermeiden.“ Hier seien auch Bund und Länder gefordert.

Andreas Roder von den Neos spricht sich dafür aus, angegangene Themen weiter voranzutreiben, zum Beispiel, die 30er-Zone in der Schulgasse durch bauliche Maßnahmen so zu stärken, sodass der Durchzugsverkehr das Tempolimit auch einhalten muss. Auch einer Fußgängerbrücke beim Eurospar ist ihm ein Anliegen.

FPÖ wünscht sich Zentrumsbelebung

Für Petra Tauber von der FPÖ ist „die Belebung des Ortskerns eines der wichtigsten Ziele, die wir in Neulengbach haben sollten. Es gibt schon zu viele Orte, die wie Geisterstädte wirken, weil dort kein intaktes Gesellschaftsleben mehr vorhanden ist.“

Öffentliche Anziehungspunkte müssten geschaffen werden, zum Beispiel Wasserspiele nach dem Vorbild von Tulln, oder ein Wochenmarkt. Über die leerstehenden Geschäfte müsse man sich auch Gedanken machen, so die FPÖFraktionsobfrau: „Welche Reize können wir bieten, damit sich Unternehmer am Markt ansiedeln, welche Unternehmer wollen wir überhaupt anlocken? Auch Pop-Up-Stores wären eine interessante Variante.“