Endlich neuer Pächter für Mühle in Maria Anzbach. Die lange Suche nach einem neuen Betreiber ist beendet. Familie Bokor steigt ein.

Von Eduard Riedl. Erstellt am 06. August 2019 (04:36)
Eduard Riedl

Ihr Konzept für den Betrieb der Schönbeckmühle präsentierte die Familie Bokor in der Vorwoche im Gemeinderat. Und konnte damit alle Gemeindepolitiker überzeugen.

Im Gemeinderat präsentierte die Familie Bokor aus Neulengbach ihr Konzept für die alte Mühle in Maria Anzbach.
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„Das Lokal soll als Kaffeehaus mit süßen und pikanten Angeboten und als Abendlokal mit Weinkarte, Mixgetränken und Cocktails in einem Zwei-Stufenplan ausgebaut werden“, so skizzierte Familie Bokor ihr Vorhaben. Nach dem Motto „Sachertorte trifft Bauerntoast“ soll es ein breites Angebot geben. „Ich backe gerne, das ist meine Leidenschaft“, sagt Andrea Bokor.

Neues Leben wird in die Schönbeckmühle einziehen.
NOEN

„Wir wollen den historischen Charakter der Mühle erhalten und mit Holz gemütlich gestalten. Nachdem der Vorpächter alles mitgenommen hat, können wir die Räume selbst neu gestalten“, freut sich die Familie Bokor.

Neustart soll im Dezember sein

Das Familienprojekt soll am 1. Dezember mit dem Anzbacher Advent gestartet werden. Für Klassenabende der Musikschule und als Vereinstreffpunkt soll das Wirtshaus nach Vereinbarung geöffnet sein, von Montag bis Donnerstag wird zunächst nur für geschlossene Gesellschaften geöffnet sein, von Freitag bis Sonntag ist allgemeiner Wirtshausbetrieb geplant. Ab Sommer 2020 sollen die Öffnungszeiten dann erweitert werden.

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Die Familie Bokor ist in der Gemeinde Maria Anzbach voll integriert, obwohl sie als „Grenzgänger“ zur Stadtgemeinde Neulengbach gehört. Alexander Bokor ist mit seinen drei Söhnen Andreas, Martin und Lukas bei der Feuerwehr Maria Anzbach und als Jugendbetreuer tätig. Andrea Bokor unterrichtet seit zehn Jahren an der Volksschule in Maria Anzbach. „Ich werde die erste Klasse noch dieses kommende Schuljahr unterrichten und mich dann voll der Mühle widmen“, kündigt die Pädagogin an.

Sohn Andreas und Tochter Katharina besuchen beide Fachschulen für Gastronomie und Touristik. Katharina Bokor ist zur Zeit in Tirol und absolviert ein Hotel-Praktikum.

Der Gemeinderat hat im nicht-öffentlichen Sitzungsteil über das Projekt abgestimmt und einstimmig beschlossen, mit der Familie Bokor einen Pachtvertrag für die Mühle abzuschließen.

Bürgermeisterin Karin Winter erklärte: „Ich freue mich besonders, dass wir mit Andrea und Alexander Bokor Pächter gefunden haben, die das Potential und das Ambiente des alten Mühlengebäudes zu schätzen wissen und den Gemeinderat mit ihrem Konzept überzeugt haben. Familie Bokor ist in das Vereinsleben der Gemeinde voll integriert. Ich freue mich auf die Eröffnung am 1. Dezember.“

„Ich freue mich besonders, dass wir mit Andrea und Alexander Bokor Pächter gefunden haben, die das Potential und das Ambiente des alten Mühlengebäudes zu schätzen wissen und den Gemeinderat mit ihrem Konzept überzeugt haben."

Die Mühle, die aus der Zeit der Spätgotik stammt, beherbergte seit dem Jahr 2002 ein Restaurant. Die Gemeinde löste aber 2016 mit dem damaligen Pächter den Pachtvertrag, weil sich immer wieder Anrainer über Lärmbelästigung beschwerten. Seither suchte die Gemeinde einen neuen Betreiber des Lokals und führte mit einigen Interessenten Gespräche. Nachdem sie keinen passenden Gastronom fand, beauftragte sie zuletzt einen Makler mit der Suche nach einem neuen Pächter.