Erfolg fürs „Karussell“ in Maria Anzbach. 15.000 Stunden haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter für das „Karussell“ bereits geleistet. Jetzt wird das dreijährige Bestehen gefeiert.

Von Eduard Riedl. Erstellt am 11. Februar 2020 (03:55)
Judith Aschenbrenner (r.) mit ihrem Team. Gemeinderat Benedikt Peter gratulierte zum dritten Geburtstag des Tauschladens mit einem Blumenstrauß und dankte für das ehrenamtliche Engagement.
Riedl

Der „Tauschladen und interkulturelle Treff“ besteht seit drei Jahren. Das war die Idee: Gut erhaltene Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, können als Spenden gebracht oder auch getauscht werden und wer fündig wird, kann gegen einen minimalen Beitrag mitnehmen, was benötigt wird – gelebte Kreislaufwirtschaft.

Im Februar 2017 wurde das „Karussell“ nach einigen Renovierungsarbeiten in den Räumen der ehemaligen Post eröffnet. Es gibt nicht nur Regale mit Waren, sondern auch einen gemütlichen Platz mit Kinderecke, der zum Kaffeetrinken einlädt und als interkultureller Kommunikationstreff dienen soll. Hinter dem Verein steht der Verein Soziales Miteinander im Wienerwald.

„Aber dass es so gut läuft, macht uns schon sehr froh und ehrlich gesagt, auch ein bisschen stolz“

23 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus mehreren Nationen sind derzeit tätig. In den vergangenen drei Jahren haben diese Helfer Unglaubliches geleistet: 15.000 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Da werden Kleidung, Schuhe, Bücher, Spielsachen und vieles mehr angenommen, sortiert, geschlichtet und angeboten. Da werden Möbel transportiert und vermittelt. Da werden kaputte Geräte oder Küchenutensilien repariert. „Ein riesengroßes Lob und Dank geht an Sami, der noch immer auf einen positiven Abschluss seines Asylverfahrens hofft und aus unserem Team nicht mehr wegzudenken ist“, sagt Judith Aschenbrenner, die sich von Anfang an für das Projekt engagiert hat.

Natürlich sei man nicht total überrascht, dass sich das Projekt in Maria Anzbach etabliert hat und gut funktioniert. „Aber dass es so gut läuft, macht uns schon sehr froh und ehrlich gesagt, auch ein bisschen stolz“, sagt Judith Aschenbrenner.

Mit den Einnahmen aus dem Tauschladen konnten viele Familien durch Zuschüsse für Schulsportwochen und andere Ausflüge finanziell unterstützen werden. Auch notwendiges Material für den Schulbesuch, wie Computer, die anderen Orts ausgemustert wurden, konnten vermittelt werden. Einige gespendete Fahrräder wurden fahrtüchtig gemacht und gegen eine kleine Spende weitergegeben.

Es konnten Deutschkurse für Asylwerberinnen und Asylwerber finanziert und Fahrkostenzuschüsse gewährt werden.

„Vielen Familien konnten wir mit unserer Schulstartaktion helfen, aber auch mit Zuschüssen für die Mietkosten oder Heizung“, berichtet Aschenbrenner stolz. Regelmäßig werden auch Kartons für Hilfslieferungen nach Syrien und Rumänien, aber auch für das Frauenhaus und die Caritas gepackt. Das alles und noch mehr passiere mit unendlich viel Freude am gemeinsamen Tun, freut sich das Tauschladen-Team. Das sei nicht selbstverständlich, aber es klappe in Maria Anzbach: Menschen verschiedener Herkunft, Hautfarbe, Ethnie, Religion und Sprache gehen einander zur Hand. Man verhalte sich freundlich, höflich und respektvoll und gehe mit Neugierde aufeinander zu.

„Ein großes Dankeschön geht an alle, die unsere Idee annahmen und weitertragen, an alle Sachspender, Kundinnen und Kunden. Danke an alle, die uns finanziell unterstützen“, betont Judith Aschenbrenner.

Der Verein Soziales Miteinander freut sich über Sach- und Geldspenden, sowie über ehrenamtliche Mitarbeiter.

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