Region Neulengbach: Weniger Schüler fahren Ski. Angebot in Region vorhanden. Auch soziale Komponente spielt große Rolle.

Von Beate Riedl. Erstellt am 14. Januar 2020 (05:43)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Die Anzahl der Skifahrer in Österreich sinkt, der einstige Volkssport wird immer teurer, für manche unleistbar. Trotzdem haben Schulskikurse beziehungsweise Skitage noch immer Saison.

Jeweils eine Woche verbringen die Schüler der zweiten und dritten Klasse der Mittelschule Laabental mit Skifahren in Altenmarkt. „Heuer fahren von den 80 Schülern 13 nicht mit“, informiert Direktor Rudolf Raberger. Zustande komme der Skikurs eigentlich immer, „manchmal mit etwas Zittern, weil weniger Schüler mitfahren.“

Eine Prognose, ob Skikurse auch in Zukunft angeboten werden, traut sich Raberger nicht abzugeben: „Österreich ist eine Skifahrernation. Solange das der Fall ist, werden wir auch Skikurse machen“, so Raberger. Aber es könnte sich auch aufhören, da Skifahren immer teurer werde und die Schneesicherheit immer weniger gegeben sei.

Fleißige Wintersportler sind auch die Schüler der Mittelschule Neulengbach. Die Schüler der zweiten und dritten Klassen verbringen je eine Woche in Saalbach - mit Skifahren, Snowboarden oder mit alternativen Aktivitäten wie Rodeln, Eislaufen oder Schneeschuhwandern. „Mit diesem Zusatzangebot können auch diejenigen auf Skikurs mitfahren, die nicht Skifahren können oder wollen“, so Direktorin Gabriele Ettmayer.

Unterstützung von den Elternvereinen

Wenn es sich bei der einen oder anderen Familie finanziell nicht ausgehen sollte, greift unter anderem der Elternverein unter die Arme, so wie etwa jener des BORG: „Zu Beginn des Jahres entscheidet der Elternverein je nach Budget, mit welchen Gesamtbetrag Schulveranstaltungen unterstützt werden“, informiert Obfrau Nadja Büchler. Im BORG fahren die fünften Klassen auf Skikurs. Allerdings überlege die Schulleitung seit Jahren, ob dieser durchgeführt werden soll, da die Teilnehmeranzahl sinkt.

Seit vielen Jahren nicht mehr auf Skikurs fahren die Schüler der Mittelschule Eichgraben. „Bei einer so kleinen Schule gestaltet sich das praktisch schwierig“, sagt Direktor Helmut Peter. Dafür werden aber Skitage angeboten, mindestens einer, wenn mehr Interesse bestehe, auch gerne mehr. „Das Angebot ist freiwillig“, informiert Peter, der bemerkt, dass es zunehmend mehr Kinder gebe, die nicht Ski fahren können. Allerdings schließt er nicht aus, dass es doch wieder einmal einen Skikurs gebe, wenn genug Interesse bestehe.

Trotzdem kommen die Schüler in Eichgraben nicht zu kurz, wenn es darum geht, eine Woche mit den Schulkollegen zu verbringen: Es gibt von der ersten bis zur vierten Klasse jeweils eine Kennenlernwoche, eine Aktivwoche, eine Sprach- und eine Romwoche. Immerhin sind Klassenfahrten wichtig für die Gemeinschaft, da sind sich die Direktoren der Mittelschule einig.

Dem schließt sich Konstantin Gründler, Landesschulsprecher aus Gablitz und Schüler des Sacré Coeur Pressbaum an: „Bei den Skikursen haben die Schüler die Möglichkeit, einander besser kennenzulernen.“ Damit auch Schüler aus finanziell schwächeren Familien mitfahren können, werde mit Benefiz-Aktionen gesammelt. „Im Sacré Coeur haben wir zum Beispiel ein Benefiz-Buffet organisiert“, sagt Gründler.

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