Tierarzt im Clinch mit der Jägerschaft. Der Laabener Franz Joseph Plank sammelt Unterschriften wegen neuer Regelung bezüglich Abschuss von Hunden.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 16. Juni 2014 (15:29)
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REGION WIENERWALD / „Die Jäger machen sich ihre eigenen Gesetze“, wettert Franz Joseph Plank. Die Entscheidung des Unabhängigen Verwaltungssenats in Niederösterreich, wonach Jäger auf Hunde schießen dürfen, die ohne Leine und mehr als 100 Meter von ihrem Halter entfernt sind, bringt den Obmann des Zentrums für Tiere in Not „Animal Spirit“ auf die Palme. Und nicht nur ihn: „Das bewegt viele, das regt viele auf“, betont Plank. Er hat auf seiner Homepage eine Online-Petition mit dem Titel „Stoppt das Jäger-Hundemörder-Gesetz“ gestartet. Auch beim Tomorrow-Festival in Zwentendorf wurden Unterschriften gesammelt. Rund 2000 Personen hätten in drei Wochen schon unterschrieben, schätzt der Laabener Tierarzt.

Für ihn ist klar: „Die Zeiten, wo die Wälder den Jägern allein gehören, sind vorbei. Es kann nicht sein, dass der Jäger bestimmt, wann er einen Hund abschießt.“ Ein Hund hätte ohnehin keine Chance, einen Hasen zu fangen, argumentiert Franz Joseph Plank.

Er hat zur Jägerschaft kein gutes Verhältnis: „Ich wurde schon bedroht, es wurde mir der Weg abgesperrt, alles schon da gewesen. Kürzlich waren wir mit drei Hunden auf der Landstraße spazieren, da kommt ein Jäger und sagt, ich soll die Hunde an die Leine nehmen. Da platzt mir der Kragen.“

Der Laabener Bürgermeister Helmut Lintner betont, dass das Verhältnis zur Jägerschaft ein gutes sei: „Gerade in Laaben versuchen die Jäger, gut mit den Leuten auszukommen.“ Die Jäger seien sehr human, was früher nicht so der Fall gewesen wäre, so der Ortschef. Er bezeichnet die Probleme zwischen Franz Joseph Plank und der Jägerschaft als Einzelfall.

Ferdinand Höllerer, Jäger in Laaben, sieht es ähnlich: „Joseph Plank glaubt, er kann sich seine eigenen Gesetze machen. Hunde sind im öffentlichen Bereich an der Leine zu führen. Daran sollte sich auch Herr Plank halten.“

Auch Ferdinand Höllerer betont, dass die Jäger insgesamt mit der Bevölkerung sehr gut auskommen. Manchmal müsse man halt jemanden „erinnern“, seinen Hund an die Leine zu nehmen. Aber aus Jux und Tollerei würde kein Jäger einen Hundehalter abmahnen. Und wird ein Hund beim Wildern gesehen, würde das Gespräch mit dem Hundebesitzer gesucht, so Höllerer: „Erst kürzlich hat am Stollberg ein Hund ein Reh angefallen und aufgerissen. Da war Feuer am Dach.“

Auch wenn es manchmal zu solchen Vorfällen kommt, hält Ferdinand Höllerer nicht viel von der 100-Meter-Regelung: „Die bestehenden Gesetze sind eigentlich ausreichend.“