Toni Braitner ist verstorben. In seiner Heimatgemeinde ist der Schlagzeuger, der die Musikszene prägte, verstorben.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 15. Oktober 2019 (03:05)
privat/Robert Bruckböck
Die Drums von Toni Braitner sind für immer verstummt.

Toni Braitner war ein Urgestein in der österreichischen Schlagzeugszene. Am 24. September sind seine Drums für immer verstummt. „Die Musik war sein Leben, der Berg sein Zuhause und Ridi seine geliebte Stütze. Den Takt hat er verloren und wir hoffen, dass er ihn nun wiederfindet“, so liebevoll verabschiedete sich die Familie des Laabener Vollblutmusikers vom geliebten Vater, Schwiegervater und Großvater und Urgroßvater.

Seine Credits reichten vom Studium am Konservatorium in Wien über die Jazzakademie in Köln bis hin zu Tourneen durch Europa, Amerika und Asien. Neben ORF-Auftritten und Gastspielen in Big Bands spielte er mit niemand geringerem als Fatty George, Bill Grah, Toots Thielemans, Richard Österreicher, Rudi Wilfer, Kurt Edelhagen, Marianne Mendt, Udo Jürgens und vielen mehr. Von 1972 bis 1980 begleitete er bei den Jazzmessen und Konzerten den Jugendchor Neulengbach und 1999 wirkte er bei der Musicalproduktion „Das Dschungelbuch“ der HS Laabental mit.

Er war der Gründer der „Drumcity“ in Wien. Die Drumcity ist das älteste Schlagzeuggeschäft Österreichs und wurde 1972 von Braitner eröffnet. Die Kunden und Musikerkollegen schätzten die gute fachliche Beratung. Einer der prominentesten Kunden war Kurt Cobain. Braitner gab im Geschäft auch Musikunterricht. Dabei wurde auch ein Grundstein für die allseits bewährte Musiktherapie gelegt. Die Musiktherapeuten haben sich von Toni zeigen lassen wie man die Percussion-Instrumente spielt. In der Jo Mara Band war er die treibende Kraft, die den Rhythmus der Band bestimmte und niemanden ruhig sitzen ließ. „Wir werden Toni als grandiosen Musiker und treuen Freund in Erinnerung behalten“, trauert Jo Mara um seinen Musikerkollegen. Braitner, der in Eichgraben die Volks- und Hauptschule besuchte, verstarb im 82. Lebensjahr in seiner Heimatgemeinde Laaben und wurde am 8. Oktober am Döblinger Friedhof beigesetzt.