Der Fahrradverkauf boomt nach wie vor. Neulengbach: Anbieter von Zweirädern profitieren von Outdoorbeschäftigung in Coronazeiten. Besonders die Nachfrage nach Elektro-Bikes ist groß.

Von Christine Hell. Erstellt am 02. April 2021 (03:22)
Christoph Pohl mit Franz Burgstaller in „Pohl-Bikes“ in Neulengbach.
Christine Hell/Archiv, Christine Hell/Archiv

„Wir bekommen keine Fahrräder geliefert“, beschreibt Christoph Pohl die jetzige Situation. Durch die Pandemie hat er nur wenige der bereits im Sommer des Vorjahres bestellten Fahrräder geliefert bekommen. „Die müssten normalerweise alle schon im Jänner und Februar in meinem Geschäft eintreffen“, erklärt der Geschäftsinhaber von „Fahrrad Pohl“ in Neulengbach und in Obritzberg. So wie es jetzt aussieht, werden die längst bestellten und im Frühjahr, Sommer und Herbst benötigten Bikes erst im November und Dezember des heurigen Jahres eintreffen.

Das hätte im Vorjahr noch keine Rolle gespielt, sagt Pohl, „denn da waren die Lager der Erzeuger noch voll, das ist heuer anders.“

Dafür musste sich der Fahrradspezialist im Vorjahr mit ganz anderen Problemen herumschlagen: „Während der ersten Zeit der Pandemie hatte ich mein Geschäft in Neulengbach geschlossen, und ich habe es als schlimm empfunden, dass Supermarktketten offen halten durften und das vorjährige Ostergeschäft mit Fahrrädern für groß und klein, Rollern & Co, machten.“ Und dann, als er am 15. April des Vorjahres wieder aufsperren durfte, war durch die Baustelle beim Viadukt kaum ein Geschäft zu machen. Gut, dass wenigstens in Obritzberg der Verkauf lief: „Da war es ganz in Ordnung, Rennräder, E-Bikes und Fahrräder wurden gut verkauft. Und durch die Pandemie sind die Menschen wieder auf die kleinen Händler aufmerksam geworden.“

Frühlingswetter lässt die Nachfrage steigen

Josef Rath verkauft, repariert und serviciert alle möglichen Fahrräder. Der Inhaber von JR‘s Bike Service am Schüldenweg 33 in Ollersbach berichtet: „Man merkt das jetzt schöne Frühlingswetter total, die Leute wachen auf und wollen gerne in der Natur unterwegs sein.“ Das Telefon klingle jetzt ständig und die Nachfrage nach neuen Fahrrädern und nach Reparaturen der Bikes wachse von Tag zu Tag.

Der Verkauf von E-Bikes beträgt rund zwei Drittel, nur mehr zu einem Drittel werden die „normalen“ Fahrräder gewünscht, der Fahrradverkauf boomt nach wie vor, weiß der Ollersbacher Fahrradspezialist: „Viele Leute leisten sich einfach jetzt den Luxus und investieren in den Kauf eines tollen Elektro-Bikes.“ Dieser Trend werde ganz sicher weiter anhalten, mutmaßt der Fahrradspezialist, „um die Fahrradindustrie braucht man sich jetzt sicher keine Sorgen zu machen.“ Mit dem Verkauf von Fahrrädern und mit den Reparaturaufträgen war Josef Rath auch im Vorjahr durchaus zufrieden.