Thomas Steinmair nimmt in Neustift-Innermanzing den Hut. SP-Gemeinderat legt nach zehn Jahren sein Amt zurück. Nachfolger steht fest.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 14. August 2020 (03:58)
Thomas Steinmair beendet seine Arbeit im Gemeinderat.
Kirchmaier

Zehn Jahre war Thomas Steinmair als SP-Gemeinderat tätig. Vergangene Woche hat er seinen Rücktritt bekannt gegeben. Mehrere Gründe hätten dazu geführt, sagt er gegenüber der NÖN: „Einerseits spielt die Familie eine Rolle, andererseits bin ich beim Stockschießen sehr aktiv, und das nimmt auch viel Zeit in Anspruch.“ Insgesamt sei bei ihm puncto Gemeindepolitik ein bisschen das Feuer heraußen. Das habe aber nicht unbedingt etwas mit den Verlusten bei der heurigen Wahl zu tun.

Die SP-Fraktion hat bei der Gemeinderatswahl 2015 von vier auf sechs Mandate zugelegt, heuer hat sie das sechste Mandat knapp verpasst und damit den zweiten Sitz im Gemeindevorstand und einen Sitz im Prüfungsausschuss verloren.

„Am Anfang wurde die SPÖ nicht ernst genommen. Jetzt wird unsere Stimme schon gehört.“ Thomas Steinmair

Thomas Steinmair war als Sportreferent tätig. Besonders stolz ist er darauf, dass die Stockschützenhalle errichtet werden konnte. „Obmann Erich Gruber und ich waren da maßgeblich beteiligt. Und der frühere Bürgermeister Ernst Hochgerner hat viel über die Leaderregion gemacht.“ Auf Initiative des scheidenden SP-Gemeinderats wurden auch Sportlerehrungen in der Gemeinde eingeführt.

Stolz ist der 44-Jährige darauf, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, der SP-Fraktion Gehör zu verschaffen. Ganz am Anfang sei die Partei nicht unbedingt ernst genommen worden. Aber die Zusammenarbeit mit Ernst Hochgerner habe sich gut entwickelt und die Kooperation mit der neuen VP-Bürgermeisterin Irmgard Schibich habe gut geklappt: „Sie hat sich bemüht, uns ins Boot zu holen und hat uns viel involviert, was ihr Vorgänger Ernst Hochgerner auch schon gemacht hat. Das war in den ersten Jahren nicht der Fall.“ Auch mit den VP-Gemeinderäten Anton Schilling senior und Anton Schilling junior habe er eine sehr konstruktive Zusammenarbeit gehabt, betont Thomas Steinmair.

Was hat ihn gestört? „Als ich mit der Gemeindepolitik begonnen habe, war ich nicht mehr der Thomas Steinmair, sondern da war ich auf einmal nur mehr der Rote. Bei manchen Leuten hat man gemerkt, dass die Beziehung eine andere wird. Man wird abgestempelt, das war arg.“

SP-Obfrau Edeltraud Mühlbauer bedauert den Rücktritt ihres Kollegen: „Das kommt für mich überraschend, es ist in der Partei nichts vorgefallen. Aber die Entscheidung muss man akzeptieren.“ Sie habe gut mit Thomas Steinmair zusammengearbeitet, auch wenn es manche Diskussion gegeben habe: „Die Leute haben gesagt, wir sind wie ein Ehepaar, wir erleben Höhen und Tiefen“, schmunzelt Mühlbauer.

Jetzt wird Kevin Winkler in den Gemeinderat kommen. Er stand auf dem achten Platz der Wahlliste. Die Kandidaten auf dem 6. und 7. Platz wollen das Mandat nicht annehmen.