Ehemaliges Blindenheim wird zur Betreuungsstation. Gernot Steier hat das Areal vor vier Jahren gekauft, eine Betreuungsstation wird gerade eingerichtet und ein Kunstmarkt ist im Herbst geplant.

Von Christine Hell. Erstellt am 30. Juli 2021 (03:49)
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Gernot Steier präsentierte den schönen Festsaal des ehemaligen Blindenheimes, welcher bereits für einige Konzerte genutzt wurde.
Hell/Archiv, Hell/Archiv

„Momentan sind wir gerade dabei, die Betreuungsstation einzurichten“, berichtet Gernot Steier, vier Pflegefälle seien bereits in den Räumlichkeiten der ehemaligen Pflegestation des Blindenheimes untergebracht. Speziell für die Kurzzeit- und Übergangspflege sei diese Einrichtung in Unterdambach angedacht, so der Neulengbacher Rechtsanwalt, „Menschen, die etwa nach einer schweren Operation noch Pflege benötigen und noch zu Kräften kommen müssen, können wir für einige Wochen aufnehmen, bis sie fit genug sind, das Leben in den eigenen vier Wänden zu bewerkstelligen. Oder auch, wenn Angehörige von Pflegebedürftigen momentan gesundheitliche Probleme haben oder plötzlich ins Krankenhaus müssen.“ Interessenten könnten sich jederzeit melden, sagt Steier, „für diese Pflegestation gibt es ja bereits über das ehemalige Blindenheim die Bewilligung.“

Ein Kunstmarkt ist im Herbst geplant

Und zudem will man den Kunstmarkt, der im ehemaligen Blindenheim bereits Tradition hatte, wieder aufleben lassen. „Wir haben als Termin den 18. und 19. September ins Auge gefasst“, berichtet Steier, über 40 Aussteller und Verkäufer hätten sich bereits dafür angemeldet. Alles hänge aber noch von den zahlreichen Genehmigungen von Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde ab, „und auch von der weiteren Corona-Entwicklung.“

„Wir wollen den Kunstmarkt des ehemaligen Blindenheimes wieder aufleben lassen.“ Gernot Steier

Der Neulengbacher Rechtsanwalt hat die Liegenschaft der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Ende des Jahres 2017 um 1,4 Millionen Euro gekauft. Unter dem Motto: „Hoffnung leben – Hoffnung geben“ ist ein christlich geführtes Veranstaltungszentrum, der Campus Wienerwald, geplant. Aus dem ehemaligen Blindenheim „Haus Harmonie“ wollte man einen Ort am Puls des Lebens entstehen lassen, der Ort sollte Hoffnung, Orientierung, Gemeinschaft und Sinn geben.

Zahlreiche Hügelbeete, die zwei Äcker oberhalb des Gebäudes mit Gemüse sowie die Haltung von Nutztieren sind geplant und sollen die Basis zur Verpflegung der Bewohner und Gäste darstellen, und es gab neben der Einrichtung einer Pflegestation viele weitere Ideen. Auch Hühner, Kaninchen, Schafe und Esel sind mittlerweile ins Areal des ehemaligen Blindenheimes eingezogen, sie waren nur kurzzeitig in einem Hof in Markersdorf bei Neulengbach untergebracht. „Ja, die Tiere sind jetzt alle wieder nach Unterdambach zurückgeholt worden“, bestätigt Gernot Steier gegenüber der NÖN, denn Friedemann Wolf, der die „Landwirtschaft“ mit seiner Gattin betreute, sei wieder nach Deutschland zurückgekehrt.

Die zwei Esel des „Campus Wienerwald“ dürften sich noch nicht richtig eingelebt haben, denn sie sind erst kürzlich ausgerissen und waren im Ort unterwegs, sie konnten wenig später aber wieder eingefangen und in den Garten des Campus zurückgebracht werden. Betreffend der Esel hat Gernot Steier ein Anliegen: „Ich bitte die Besucher, die Tiere nur zu beobachten und zu streicheln, aber keinesfalls zu füttern.“ Wohlmeinende Menschen hätten Eseln & Co sogar Wurstsemmeln als Futter verabreicht, berichtet der Rechtsanwalt und er appelliert an die Gäste des Campus Wienerwald: „Esel vertragen keinen Zucker, keine Schokolade und auch kein frisches Brot oder Semmeln. Die Vierbeiner bekommen Koliken, wenn sie derartiges fressen und sie können dadurch sogar den Tod finden.“