Müllgebühr in Neulengbach: Erhöhung um 20 Prozent. Fast 350 statt 290 Euro macht die Müllgebühr aus. Verband verweist auf Abgang von 1,1 Millionen.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 03. März 2021 (04:10)
Die Kosten für die Müllentsorgung sind massiv gestiegen, das sorgt für Kritik.
Dietl

Beim Gemeindeverband für Umweltschutz und Abgabeneinhebung im Bezirk St. Pölten hat es einige Beschwerden gegeben. Grund dafür ist die Erhöhung der Müllgebühren um etwa 20 Prozent.

Auch bei der NÖN haben sich einige verärgerte Menschen gemeldet und sich über den massiven Anstieg beschwert. Dass statt bisher rund 290 Euro pro Jahr jetzt fast 350 Euro Müllgebühr zu zahlen sind, sorgt etwa bei einem Neulengbacher für Kritik: „Das ist arg, vor allem in Zeiten massiver Arbeitslosigkeit und einer der schlimmsten Krisen seit dem 2. Weltkrieg, wo die öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen sollte.“

Beim GVU hat man mit Beschwerden gerechnet. „Wir haben schon geahnt, dass die Bürger das nicht so einfach hinnehmen. Eine Erhöhung um 20 Prozent ist ja nicht alltäglich“, stellt Markus Punz vom GVU fest.

Kosten steigen beim Verband

Doch das Anheben der Gebühren sei wegen steigender Kosten und sinkender Einnahmen unumgänglich gewesen. Der Verband habe einen Abgang in der Höhe von 1,1 Millionen Euro auszugleichen. So seien die Kosten bei der Altholzentsorgung um rund 540 Prozent und bei der Baum- und Strauchschnittentsorgung um rund 360 Prozent gestiegen. Die Erlöse seien aufgrund des Überangebotes an Papier und Metallen stark zurückgegangen. Damit die Leistungen in gewohnter Qualität durchgeführt werden können, sei eine Preisanpassung von 7 Cent pro Tag notwendig geworden, wird seitens des Verbands erklärt. „Wir sind um eine Erhöhung nicht herumgekommen. Wir müssen schauen, dass wir einen ausgeglichenen Haushalt haben“, sagt Markus Punz.

In der Gebührenerhöhung sind die gestiegenen Abfallmengen, Preissteigerungen der Abfälle und die Anpassung an den Verbraucherpreisindex der vergangenen vier Jahre berücksichtigt. Die Kosten für den Bau der neuen Wertstoffzentren konnten über Rücklagen getätigt werden.