FF-Chef wirft in Neulengbach alles hin. Markus Peter legt Amt vorzeitig zurück und scheidet aus der Feuerwehr aus.

Von Renate Hinterndorfer. Erstellt am 14. Mai 2019 (04:37)
Archiv
Markus Peter hat sich entschieden, die Feuerwehr Neulengbach-Stadt zu verlassen.

Damit hat wohl niemand gerechnet: Der Neulengbacher Feuerwehrkommandant Markus Peter hat sein Amt vorzeitig zurückgelegt und scheidet völlig überraschend ganz aus der Feuerwehr aus.

„So eine Entscheidung trifft man nicht so leicht, ich bin mit der Feuerwehr ja sehr verbunden.“

„Es sind rein persönliche Gründe, die mich zu diesem Schritt bewogen haben“, sagt der 58-Jährige auf Anfrage der NÖN: „Ich möchte mich nicht darüber auslassen, was diese Gründe sind. Es hat nichts mit der Feuerwehr, nichts mit meinem privaten Umfeld und nichts mit meinem beruflichen Umfeld zu tun, sondern nur mit meiner Person.“ Er habe sich diesen Schritt reiflich überlegt, hält der scheidende Kommandant fest: „So eine Entscheidung trifft man nicht so leicht, ich bin mit der Feuerwehr ja sehr verbunden.“

Völlig überraschend kam Peters Rückzug auch für seinen Stellvertreter Michael Schröder: „Damit habe ich nicht gerechnet, das ist ohne Vorwarnung gekommen. Es gab keine Unstimmigkeiten, die Zusammenarbeit hat gepasst.“ Jetzt müsse man schauen, wie es weitergeht.

Schröder hätte sich gewünscht, dass die Mannschaft mehr Zeit für die Umstellung gehabt hätte. Innerhalb von sechs Wochen muss ein neuer Kommandant gewählt werden. Bis dahin leitet Michael Schröder die Feuerwehr. Er rechnet nicht mit Problemen: „Gott sei Dank steht man nicht allein da, die Arbeit ist gut aufgeteilt.“

„Ich habe diesen Schritt machen müssen.“ Markus Peter über seinen kompletten Ausstieg aus der Feuerwehr.

Markus Peter war seit 1981 bei der Feuerwehr tätig, seit 2016 war er Kommandant, davor war er fünf Jahre Stellvertreter. Auf die Frage, ob er es je bereut hat, Kommandant geworden zu sein, antwortet der Neulengbacher: „Nein, ich habe es nie bereut. Ich habe das bis zum Schluss gern gemacht. Es hat viele schöne Augenblicke gegeben. Das Schönste ist die Kameradschaft, das ist etwas Wunderbares.“

Er sei sich nicht zu schade gewesen, sich auch einmal dreckig zu machen und es sei ihm immer ein Anliegen gewesen, auf Einsätze mitzufahren, auch wenn man da oft Belastendes erlebe, fasst Peter zusammen: „Man sieht viel menschliches Leid, man versucht das Beste daraus zu machen. Jeder hat seine Strategie, wie er damit umgeht.“

„Ich wäre aus Altersgründen sowieso nur bis 2021 Kommandant geblieben und ich hatte von Anfang an jemanden im Auge, der bereit wäre, das Amt ab dann zu übernehmen.“

Um die Zukunft der Neulengbacher Feuerwehr macht sich Markus Peter keine Sorgen: „Ich wäre aus Altersgründen sowieso nur bis 2021 Kommandant geblieben und ich hatte von Anfang an jemanden im Auge, der bereit wäre, das Amt ab dann zu übernehmen.“ Er hätte schon ein „Dreamteam“ gehabt und würde sich freuen, wenn diese Kameraden jetzt nachrücken: „Es gibt Leute, die gut und motiviert sind und den familiären Rückhalt haben, es zu machen.“

Für Bezirkskommandant Georg Schröder ist der Rücktritt ein Zeichen, wie stark die Belastungen in allen Lebensbereichen zugenommen haben.

Auch der Neulengbacher Bürgermeister Franz Wohlmuht bedauert den Rücktritt von Markus Peter. „Er hat viel für die Feuerwehr getan, auch im Unterabschnitt, er hat zielorientiert gearbeitet. Markus Peter ist ein Mann mit Handschlagqualität.“