Junger Neulengbacher „zuckte“ im Rausch aus

Junger Mann wird wegen Nötigung, Drohung und Körperverletzung belangt.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:09
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Ort des Prozesses: Das Landesgericht St. Pölten.
Foto: NÖN/Erna Kazic

Opfer bzw. Zeugen standen schon ein paar Minuten vor Prozessbeginn vor dem Verhandlungssaal, vom Beschuldigten fehlte jede Spur. Er musste von der Polizei daheim abgeholt und vorgeführt werden. Mit einiger Verspätung begann daher der Prozess auf dem St. Pöltner Gericht.

Wegen des Vergehens der versuchten Nötigung, der gefährlichen Drohung und der Körperverletzung gegen seine Lebensgefährtin und deren Vater musste sich der junge Mann verantworten. Im Streit um die Herausgabe eines Schlüssels soll er seiner Partnerin gedroht haben: „Sonst hau‘ ich dir in die Gosch’n.“

„Ich wollte die Polizei rufen, da ist er ausgezuckt“

Den Vater der jungen Frau soll er mit dem Umbringen bedroht und mit Tritten an beiden Oberschenkeln verletzt haben. Der Angeklagte zeigte sich teilweise geständig. Das mit der Freundin stimme, das tue ihm auch sehr leid. Das mit deren Vater stimme nicht so. „Ich habe mit dem Fuß ausgehaut, ich war betrunken.“ Acht Bier und ein paar Klopfer habe er nach einer Geburtstagsfeier intus gehabt.

Während die Lebensgefährtin von ihrem Recht Gebrauch macht, vor Gericht nicht auszusagen, will deren Vater sehr wohl aussagen: „Ich möchte meine Tochter schützen. Sie ist massiv unter Druck. Sie ist eingeschüchtert.“

Der Neulengbacher gibt an, dass der junge Mann durchgedreht habe. „Ich wollte die Polizei rufen, da ist er ausgezuckt.“ Der Angeklagte habe auf ihn getreten. Massive Blutergüsse an beiden Oberschenkeln waren die Folge, wie Fotos beweisen.

Früher habe er viel auf den Freund seiner Tochter gehalten. Aber schon vor ein paar Jahren sei es zu einem Vorfall gekommen. Deswegen mache er sich jetzt große Sorgen.

Der Richter verurteilt den Angeklagten zu drei Monaten Haft, bedingt auf drei Jahre: „Das ist wie die Gelbe Karte im Fußball. Ein zweites Mal wird es eine milde Strafe nicht geben.“ Der Richter erteilt außerdem die Weisung für zwei Sitzungstermine bei der Männerberatung: „Ich will sicherstellen, dass sich so etwas nicht wiederholt.“