Wenig los in Hotels der Region Wienerwald. Buchungslage ist derzeit noch nicht sehr rosig. Die Hoteliers sind aber optimistisch.

Von Renate Hinterndorfer und Christine Hell. Erstellt am 09. Juni 2021 (04:00)
Auf Kurzurlaub setzt die Region Wienerwald. Die Nachfrage hält sich noch in Grenzen.
Maria Hörmandinger

Nach den vielen Einschränkungen ist die Sehnsucht nach Tapetenwechsel groß. Die Region Wienerwald setzt vor allem auf Kurzurlaub. Die Anfragen im Informationsbüro halten sich aber noch in Grenzen, berichtet Nicole Silhengst vom Projektmanagement der Leaderregion Elsbeere Wienerwald auf Anfrage der NÖN.

„Ende Mai, Anfang Juni ist normalerweise mehr los, aber ich glaube, das ist eher witterungsbedingt und hat nicht unbedingt etwas mit Corona zu tun.“ Von Leuten von auswärts gibt es laut Silhengst noch kaum Anfragen über Freizeitangebote oder Kurzurlaub in der Region. Nächtigungsanfragen gab es bis zur Vorwoche noch gar keine. Was allmählich zunimmt, sind Anfragen bezüglich Leihrädern: „Das nimmt langsam Fahrt auf“, so Silhengst.

Schwerpunkt auf Seminartourismus

Die zwei großen Beherbergungsbetriebe in der Region Wienerwald sind „Das Steinberger“ und der Lengbachhof in Altlengbach. Auch hier ist es sehr ruhig. Für den Sommer laufen im Lengbachhof die Buchungen sehr verhalten an. „Wir sind ja nicht die typische Urlaubsregion, sondern haben den Veranstaltungs- und Seminartourismus im Fokus. Wir hoffen, dass da im Herbst das Kerngeschäft wieder losgeht“, sagt Firmenchef Johann Böwarth.

Einige Privatpersonen würden schon buchen, um die neue Poollandschaft und den Garten zu genießen und im Wienerwald Wanderungen zu unternehmen oder mit der NÖ Card die Wachau zu besuchen. Diese Gäste kommen hauptsächlich aus Österreich. „Aber es brummt nicht“, stellt der Hotelier fest. Das Urlaubsmarketing in der Region fehle: „In Altlengbach oder in der Wienerwaldregion hat nie jemand den Urlaubsgast bearbeitet. Um diese Gäste hat sich kaum jemand bemüht.“

Jetzt, wo wegen Corona das Kongress- und Seminargeschäft wegefallen sei, sei es schwierig, schnell etwas zu starten. „Andere Regionen wie das Kärntner Seengebiet oder Tirol tun sich da leichter, die haben viel mehr Erfahrungen, da geht das schneller.“ Hans Böswarth und sein Team hoffen jetzt darauf, dass im Herbst wieder mehr Firmen Veranstaltungen abhalten.

„Wir sind größtenteils vom Städtetourismus abhängig, und der läuft höchst schleppend an.“ Johann Steinberger, Hotelier in Altlengbach

Auf die Frage, wie der Restaurantbetrieb nach dem Ende des Lockdowns angelaufen ist, antwortet der Lengbachhof-Chef: „Auch sehr verhalten. Dass es so wenig ist, hätte ich nicht erwartet.“ An den Wochenenden sei das Geschäft aber teilweise gut, zum Beispiel mit Firmungs- oder Erstkommunionsfeiern.

Wie tut man da mit dem Personal? „Wir haben alle Mitarbeiter zurückgeholt und hoffen, dass es im Juli und August ein Sondermodell gibt, damit wir sie weiterbeschäftigen können. Denn im Herbst werden wir sie ja brauchen.“

Ähnlich ist die Situation im „Das Steinberger“ in Altlengbach: „Wir sind größtenteils vom Städtetourismus abhängig, und der läuft nur höchst schleppend an“, erklärt Johann Steinberger.

Da gebe es derzeit nur wenige Buchungen, weil die Menschen einerseits vorsichtig sind und vor allem auch deswegen, weil in den Städten selbst viele Hotels noch über sehr viele freie Betten verfügten. „Die Städtereisenden buchen wahrscheinlich gleich in einem Hotel direkt in der Stadt und sie buchen möglicherweise auch ganz kurzfristig“, mutmaßt der Hotelchef.

„Wir sind größtenteils vom Städtetourismus abhängig, und der läuft nur höchst schleppend an“

Und zu den Gästen aus dem Ausland sagt er: „Wir haben ja normalerweise sehr viele Gäste aus Holland, sowohl Individualreisende als auch viele, die mit dem Bus anreisen.“ Dafür gäbe es grundsätzlich Kontingentbuchungen als Jahresvertrag, schildert Steinberger, „und unsere ersten Hollandgäste kommen am 20. Juli.“

Auf die Nächtigungszahlen, wie sie bis vor zwei Jahren waren, werde man aber keinesfalls mehr kommen, ist sich der Hotelier sicher. Er ist aber optimistisch, was den Bereich Hochzeiten angeht: „Das ist einer unserer größten Geschäftsbereiche, und da werden auch viele Nächtigungen dazu gebucht.“ Und auch in Richtung Seminare sieht es gut aus beim „Steinberger“.

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