Absage an Klenks Eichgrabner Elefantenrunde. ÖVP, GLU, FPÖ und SPÖ wollen bei Debatte nicht dabei sein. Manche, weil sie Klenks Objektivität in Zweifel ziehen.

Von Andrea Stoiser. Erstellt am 09. Januar 2020 (06:21)
Florian Klenk
NOEN

Via Facebook hat Falter-Chefredakteur Florian Klenk angeregt, vor den Wahlen eine Elefantenrunde zu veranstalten. „Ich habe in den letzten Jahren Talks mit Köpfen aller politischen Farben zum Beispiel mit Mitterlehner, Landau oder Hamann organisiert, die stets bummvoll waren“, so Klenk.

Nun würde er gerne das Experiment starten, mit allen Kandidaten ein politisches Gespräch zu führen. „Das wäre etwas Neues und Spannendes. Die Bürger hätten eine Möglichkeit ihre Volksvertreter hautnah zu erleben. Natürlich würde so eine Debatte höflich ablaufen, wir leben ja alle im selben Ort und kennen einander.“

„Eine Person, die zu einer Elefantenrunde einlädt, muss überparteilich sein. Diese Voraussetzungen treffen auf Herrn Klenk nicht zu“Helga Maralik, GLÜ

Bis dato haben nur die Grünen und die Liste Gemeinsam zugesagt. ÖVP, GLU, FPÖ und SPÖ üben sich in Zurückhaltung. „Ich würde mich freuen, wenn die Personen, die die Elefantenrunde abgelehnt haben, ihre Entscheidung noch überlegen. Es geht um eine Richtungsentscheidung für die Zukunft Eichgrabens“, fordert Elisabeth Götze (Grüne) ihre Mitstreiter heraus. Auch Thomas Lingler von der Liste Gemeinsam würde sich auf konstruktive Gespräche freuen: „Es macht jedoch nur Sinn, wenn alle teilnehmen.“

Die GLU (Grünlandsterne Liste Umweltschutz) erteilt eine Absage. „Eine Person, die zu einer Elefantenrunde einlädt, muss überparteilich sein. Diese Voraussetzungen treffen auf Herrn Klenk nicht zu, der im Vorfeld Lieblingskandidaten und -partei genannt hat“, sagt Helga Maralik. Wenn Herr Klenk mitmischen will, stehe es im frei, eine Liste zu gründen oder bei der von ihm so bevorzugten Partei zu kandidieren. „Einen verdeckten Strippenzieher als Moderater brauchen wir nicht“, so Maralik.

Die SPÖ ist nicht grundsätzlich dagegen, jedoch sollte nach Meinung von Ernst Singer eine solche Veranstaltung auf breiter Basis, also unter Teilnahme aller wahlwerbenden Parteien, abgehalten werden. „Wenn eine neutrale Auseinandersetzung gewährleistet wird, wäre eine solche Präsentation vorstellbar. Einer Facebook-Diskussion oder Vorstellung im Forum ‚Eichgraben von unten‘ würden wir uns stellen“, meint Singer.

„Kein Interesse an Gemeindearbeit“

Alfred Gleitsmann (FPÖ) zeigt sich verwundert, da auf „Eichgraben von Unten“ am 26. Dezember zu lesen war, dass die Elefantenrunde nicht von allen gewünscht war. „Interessanterweise erhielt ich seine Anfrage erst ein paar Stunden später. Da eine Diskussion mit Herrn Klenk keineswegs einen objektiven Charakter haben kann, sehe ich von einer derartigen Veranstaltung ab“, sagt Gleitsmann. Und weiter: „Ich schätze Herrn Dr. Klenks journalistische Arbeit, sein Interesse an seiner Heimatgemeinde, muss aber mit Befremden feststellen, dass er in den fünf Jahren an keiner Sitzung teilnahm und somit kein Interesse an der Arbeit der Gemeinderäte gezeigt hat.“

ÖVP-Bürgermeister Georg Ockermüller betont: „Für mich ist der persönliche Kontakt mit den Bürgern sehr wichtig. Bei Hausbesuchen, Veranstaltungen und Bürgermeisterstammtischen konnte ich viele Gespräche führen. Wir haben stets versucht, unterschiedliche Ideen aufzugreifen.“ Die Zusammenarbeit funktioniere hervorragend, es habe fast ausschließlich einstimmige Beschlüsse gegeben. Da Klenk bei der Nationalratswahl sogar auf Plakaten die Grüne Spitzenkandidatin unterstützt hat, haben wir Sorge, dass die Diskussionsführung nicht objektiv verlaufen wird. Deshalb werden wir der Einladung nicht folgen“, so Ockermüller.

Klenk versucht die Vorurteile zu zerstreuen: „Als professioneller Journalist, der keiner Partei angehört, garantiere ich eine objektive Moderation. Es ist ein Angebot mit vielleicht noch nicht entschlossenen Wählern zu reden.“