221 Tonnen auf Achse. 221 Tonnen schwer und sieben Millionen Euro teuer: Ein Transformator musste quer durch Ternitz transportiert werden.

Von Philipp Kienzl. Erstellt am 11. Februar 2015 (09:34)
NOEN, Kienzl

Es ist Millimeter-Arbeit. Alles muss stimmen, Fehler darf es nicht geben. Dafür ist die Fracht zu wertvoll. Kostenpunkt: Sieben Millionen Euro. Die Rede ist vom Transport eines 221 Tonnen schweren Trafos der Austrian Power Grid (APG) zum Ternitzer Umspannwerk. Am Montag ging die spektakuläre Fahrt quer durch die Stahlstadt über die Bühne.

Die ÖBB lieferten den Koloss vom Siemens-Werk Weiz an. „Am Gelände von Schoeller-Bleckmann wurde dann per 90-Tonnen-Kran auf das Transportfahrzeug umgesetzt“, so APG-Sprecher Karl Freynschlag.

Danach brachten die Profis der Firma Felbermayr den Transformator auf einem Spezial-Lkw mit 18 Achsen zum zwei Kilometer entfernten Umspannwerk. Polizeistreifen sicherten den Transport und sperrten die Straßen. Die Fahrt durch teils verwinkelte Gassen dauerte rund eine Stunde.

Es kam zu keinen Staus

Das Gedränge auf den Gehsteigen war groß. „Sowas sieht man auch nicht jeden Tag“, sagt ein Anrainer, der das Spektakel auch gleich mit seiner Kamera festhielt. „Schon toll, was die Burschen hier leisten.“

Für den 300.000 Euro teuren Straßentransport zeigt sich Martin Ertl verantwortlich. „Die Vorbereitungen für ein Projekt dieser Größenordnung dauern bis zu zwei Jahre“, schildert er. Rund ein Dutzend Felbermayr-Experten waren beteiligt. „Diesmal haben wir einen entscheidenden Vorteil auf unserer Seite“, so Ertl, „wir können den Transport am Tag durchführen.“

Das sei nicht oft so, Genehmigungen würden Behörden oft nur für die Nachtstunden erteilen. Um Verzögerungen im Straßenverkehr zu verhindern. Diesmal kam es zu keinen Staus, die Lenkraddreher warteten den Transport geduldig ab. Und am Ende profitieren sie auch davon: Der neue Transformator sichert die Stromversorgung tausender Haushalte im südlichen Niederösterreich.