Pater Urban aus Höflein im Portrait. Vor wenigen Wochen beging Pater Albert Urban seinen 90. Geburtstag. Abseits des Gottesdienstes reiste er als begeisteter Camper quer durch ganz Europa bis nach Portugal.

Von Elfi Hagenbichler. Erstellt am 04. April 2020 (05:34)
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Am 10. März feierte Pater Albert Urban den 90. Geburtstag. Eigentlich hätte er seinen Ehrentag gerne mit seiner Pfarrgemeinde Maria Kirchbüchl begangen, die derzeitigen Umstände – auch vor der Kirche macht das Coronavirus nicht halt – verhindern das allerdings zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Die Festmesse, die für den 15. März geplant war, wird selbstverständlich nachgeholt, sobald das möglich ist. Pater Albert Urban freut sich darauf: „Wir holen das nach, sowie ich es erlebe!“

Die NÖN spricht mit Pater Charbel über seinen Vorgänger, eine persönliche Begegnung mit dem Jubilar selbst wäre zurzeit nicht angeraten. „Ich kenne ihn schon 20 Jahre lang, ein ganz ruhiger Mann“ sei er, der „zu leben weiß“, erzählt er über Pater Albert. Er habe nie etwas gesagt, was er nicht ganz genau gewusst und recherchiert hätte. Wenn er aber etwas erzählt, dann „bringt er die Dinge gerne auf den Punkt“, ein „Mann der alten Schule“. Pater Albert ist für sein ausgezeichnetes geschichtliches Wissen und seine genauen Recherchen bekannt. Seine Interessen sind breit gesät. Als leidenschaftlicher Briefmarkensammler besitzt er ganz spezielle Sammlungen, als begeisterter Camper reiste er mit dem Wohnmobil durch ganz Europa. Jedes Jahr besuchte er abseits der großen Reisewelle zahlreiche alte Klöster und Kirchen in Frankreich und Spanien und fotografierte alle kulturellen Stätten eigenhändig. Das Ergebnis waren zahlreiche Diavorträge, an denen er die Gemeinde im Pfarrheim teilhaben ließ. Er war „immer sehr aktiv, einmal ist er sogar den Jakobsweg gegangen“, erzählt Pater Charbel der NÖN begeistert. Auch heute ist er „gesundheitlich stabil und mit den normalen Beschwerden des Alters gesegnet“.

Die Zeit in Maria Kirchbüchl geprägt

Charbel gibt der NÖN einen kurzen Einblick in den Werdegang des ehemaligen Pfarrers seiner Gemeinde: Pater Albert besuchte in Wiener Neustadt das Gymnasium am Babenbergerring. Er wohnte während seiner Schulzeit im Neukloster, dort gab es damals ein Internat für auswärtige Schüler. 1949 legte er seine Profess im Stift Heiligenkreuz ab, am 3. April 1954 wurde er zum Priester geweiht. Die Verbindung zur Pfarre Maria Kirchbüchl geht für ihn bis in die Kindheit zurück.

„So kam er schon als Kind mit der Pfarre Neunkirchen zur Gelöbniswallfahrt am zweiten Donnerstag nach Ostern auf den Kirchbüchl.“ Während seiner 17 Jahre langen Amtszeit machte die Pfarre eine große Entwicklung durch, ja wurde neugeordnet: Das Pfarrzentrum wurde errichtet, die Pfarrzeitung „Der Kirchbüchl“, sowie Glaubens- und Gebetskreise ins Leben gerufen, die Jungschar gegründet. Seine Haushälterin Schwester Helene Kremser war in dieser Zeit immer der „treibende Motor an seiner Seite“, begleitete und unterstützte ihn mit viel Engagement. Auf Initiative eines Bürgers aus Höflein wurde in seiner Zeit als Pfarrer der Kreuzweg gebaut, wo jedes Jahr der Dekanatskreuzweg stattfindet. Zum 70er wurden Pater Albert im Jahr 2000 von der Gemeinde Willendorf die Ehrenbürgerwürde und von der Gemeinde Höflein an der Hohen Wand der Goldene Ehrenring verliehen. Heute genießt er seinen Ruhestand im Neukloster, wo er als Kind schon im Internat gelebt hatte, „so schließt sich der Kreis.“