Bezirk Neunkirchen: Nikolaus darf doch kommen. Trotz einiger Absagen werden mancherorts Feierlichkeiten stattfinden.

Von Nadine Gasteiner und Thomas Wohlmuth. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:45)
Christian Samwald und Jeannine Schmid planen für Ternitz einen Nikolo-Malwettbewerb.
Thomas Wohlmuth

Letzte Woche hat die Bundesregierung klargestellt, dass Nikolausbesuche im Lockdown erlaubt sind. Dank der neuen Verordnung können diese trotz der Pandemie stattfinden. Allerdings sind die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten, was bedeutet, dass der Nikolaus nur bis zur Wohnungs- oder Haustüre kommen darf.

Diese Situation stellt natürlich Gemeinden und Organisationen, die normalerweise Nikolausaktionen durchführen, vor besondere Herausforderungen. Der traditionelle Nikolaus-Einzug auf dem Neunkirchner Hauptplatz, veranstaltet von der Stadtgemeinde Neunkirchen, kann daher dieses Jahr nicht stattfinden. Doch in Neunkirchen haben sich die Verantwortlichen um ÖVP-Stadträtin Barbara Kunesch etwas anderes überlegt: Es werden 480 Nikolaussäckchen gefüllt und von Kunesch und Bürgermeister Herbert Osterbauer (ÖVP) mit Sicherheitsabstand an alle Kindergartenkinder in der Stadt verteilt. „Wir werden die Säckchen über den Zaun an die Leiterinnen übergeben, diese werden sie dann an die Kinder weitergeben“, erklärt Kunesch die Vorgangsweise.

Pfarrkindergarten

mit Videobotschaft

„Wir können die Sicherheit nicht gewährleisten und die Zeit, eine Alternative zu planen, reichte nicht aus!“ Wolfgang Jeschke

Eine besonders nette Aktion für die Kinder plant das Team des Pfarrkindergartens Neunkirchen um Leiterin Hermine Nöhrer. Hier erhalten die Kinder zuerst einen Brief vom Nikolaus, in dem kindgerecht erklärt wird, dass er dieses Jahr nicht wie gewohnt kommen kann und dazu gibt es auch eine persönliche Videobotschaft des Nikolaus, der von Stadtpfarrer Bernhard Lang dargestellt wird. Eine Woche später, nach dem geplanten Ende des Lockdowns, wird er trotzdem den Kindern einen Besuch abstatten und auf der Terrasse seine Geschenke deponieren.

Christian Samwald und Jeannine Schmid planen für Ternitz einen Nikolo-Malwettbewerb.
zVg

Auch im Pottschacher Pfarrkindergarten wird der Nikolaus den Kindern von draußen zuwinken und die Nikolaussäckchen in den Bewegungsraum bringen. In der Stadtgemeinde Ternitz möchte man ebenfalls nicht auf den Nikolo verzichten und rief daher zu einer besonderen Aktion auf: SPÖ-Stadträtin Jeannine Schmid, SPÖ-Vizebürgermeister Christian Samwald und SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak laden alle Kinder aus Ternitz ein, ihr persönliches Bild vom Nikolaus zu malen und dieses an „nikolaus@ternitz.at“ zu schicken. Alle Einsender bekommen ein Nikolaussäckchen, welches Samwald als Nikolaus verkleidet persönlich überbringen wird. „In diesen schwierigen Zeiten ist das als Gemeinde wichtig, wenn auch nicht in alltäglicher Form“, betont der Vizebürgermeister. Die Stadtgemeinde überlegt zusätzlich auch, ob mit den Nikolauszeichnungen der Kinder eine Ausstellung durchgeführt werden könnte.

In Breitenau veranstaltet die Junge ÖVP bereits seit den 1960er-Jahren eine traditionelle Nikolausaktion, die trotz der herausfordernden Umstände auch heuer stattfinden wird, wie ÖVP-Gemeindeparteiobmann Johannes Mauser ausführt: „Wir verteilen Anmeldezettel an alle Haushalte und vier Nikoläuse, alles Mitglieder der Jungen ÖVP, besuchen zu den gewünschten Zeiten die interessierten Familien. Heuer werden diese leider nur vor die Häuser kommen und die Geschenke nicht persönlich übergeben. Die Kinder können leider den Bischofsstab nicht halten und auf den Fotos muss ein Mindestabstand eingehalten werden.“ In den letzten Jahren nahmen zwischen 50 und 60 Breitenauer Familien an dieser kostenlosen Aktion teil. Für heuer erhofft sich Mauser ebenfalls eine ähnlich rege Beteiligung.

Die Team Österreich-Tafel des Roten Kreuzes Neunkirchen hätte sich für dieses Jahr ebenfalls etwas ganz Besonderes vorgenommen. Bei der Essensausgabe, die jeden Samstag stattfindet, sollte eigentlich der Nikolaus Kinder und Eltern empfangen. Corona-bedingt wird daraus allerdings dieses Mal nichts. Damit den Kindern dennoch etwas vorweihnachtliche Freude bereitet werden kann, bekommt jedes ein selbstbefülltes Nikolaussackerl.

Seit acht Jahren ist Gesundheitskassen-Angestellter Markus Egger in Pottschach und Umgebung als Nikolaus unterwegs. Normalerweise besucht er die Kinder gemeinsam mit dem Pfarrer und drei Krampussen – das kann heuer so jedoch nicht stattfinden. Der Pfarrer von Pottschach und Sieding, Wolfgang Fürtinger, betont: „Dadurch dass wir eine längere Planungsphase haben, haben wir beschlossen, wir lassen es für dieses Jahr.“

Bereits seit 53 Jahren besucht der Neunkirchner Stadtpfarrmesner Josef Nagl als Nikolaus zahlreiche Familien, wobei es ihm besonders wichtig ist, dass das alte Brauchtum erhalten wird und niemand vergisst, dass der Heilige Nikolaus ein Bischof war. Deshalb trägt er selbst auch ein Bischofsgewand. Auch heuer besucht er wieder etwa zehn Familien, wobei er bei einigen Eltern der besuchten Kinder auch schon als Nikolaus war. Dieses Jahr stellt Nagl die Geschenke aber nur vor die Türe und sagt ein paar Worte. Außerdem teilt er die Besuche auf zwei Tage auf, um möglichst wenige Kontakte zu haben.

„Leider ersatzlos ausfallen wird die große Nikolausfeier“ auf der Stocksportanlage der „Siedler-Buam“ in Neunkirchen, die unter tatkräftigem Einsatz der Perchten der „Neunkirchner Rauhnachtteufeln“ seit Jahren Jung und Alt begeistert, wie ihr Obmann Wolfgang Jeschke bedauert: „Wir können leider unter den Umständen die Sicherheit für die vielen Besucher nicht gewährleisten und die Zeit, eine Alternative zu planen, reichte nicht aus.“

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