Neunkirchens SP-Wahlwerbung kam erst nach der Wahl .... Briefsendungen blieben bei der Post-Verteilung liegen und wurden nach Wahl ausgetragen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 04. Februar 2020 (06:03)
SPÖ-Spitzenkandidatin Andrea Kahofer (rechts) ist über die Post verärgert: Wahlwerbung wurde zwar rechtzeitig aufgegeben, aber erst nach dem Wahlsonntag verteilt. Fotos: shutterstock.com/Popov (Hintergrund) bzw. Grabner (Kahofer)
shutterstock.com/Popov (Hintergrund) bzw. Grabner (Kahofer)

SPÖ-Spitzenkandidatin Andrea Kahofer ist über die Post verärgert: Wahlwerbung wurde zwar rechtzeitig aufgegeben, aber erst nach dem Wahlsonntag verteilt. Foto: Grabner
Philipp Grabner

Groß ist bei der Neunkirchner SPÖ nicht nur der Ärger über die Wahlschlappe am Sonntag, sondern auch jener über die Österreichische Post: „Es wurde nachweislich persönlich adressierte Wahlwerbung von uns erst in der Vorwoche, also nach dem Wahlsonntag, in Neunkirchen verteilt. Und dabei handelt es sich um keine Einzelfälle“, gehen Spitzenkandidatin, Bundesrätin Andrea Kahofer und Stadtrat Günther Kautz in die Offensive: „Es ist uns schon klar, dass dies nicht für das Ergebnis verantwortlich ist, aber so etwas darf einfach nicht passieren. Die Leute halten uns ja für dumm, wenn sie das nach der Wahl bekommen!“

Laut den Schilderungen der SPÖ wurden die Aussendungen bei einer Firma in Neudörfl kuvertiert und diese am 16. Jänner zur Post getragen: „Das haben wir alles schriftlich und es wurde uns gesagt, dass die Zustellung maximal vier bis fünf Tage dauern würde, es sich also noch locker rechtzeitig vor dem Wahlsonntag ausgegangen wäre.“ Als dann die ersten Meldungen von Neunkirchnern in der Vorwoche bei der Partei eintrudelten, dass die Briefe mit den persönlichen Vorzugsstimmen Kahofers erst nach der Wahl in den Postkästen landeten, sei man aus allen Wolken gefallen.

Post: Nur geringe Anzahl betroffen

Bei der Post ist man um Schadensbegrenzung bemüht: „Unsere Nachforschungen sind zwar noch nicht komplett abgeschlossen, aber es sieht so aus, dass irgendwo eine Charge liegen geblieben sein dürfte“, erklärte Postsprecher Michael Homola im Gespräch mit der NÖN am Freitagnachmittag.

Er kann den Ärger der SPÖ durchaus nachvollziehen: „Das geht natürlich nicht, dass die Verteilung so lange dauert, das sollte innerhalb von fünf Tagen erledigt sein.“ Laut Homola dürfte es sich aber nur um eine geringe Summe an Poststücken gehandelt haben.