Hüter der schwarzen „Schätze“ im Bezirk Neunkirchen. Im Bezirk Neunkirchen sind noch 1.593 alte Kennzeichentafeln im Straßenverkehr zugelassen.

Von Tanja Barta und Christian Feigl. Erstellt am 06. August 2019 (04:45)
Barta
Franz Sinabel ist einer der Wenigen, die noch mit einem schwarzen Kennzeichen fahren. Hier ist er im Bild mit seiner Puch aus dem Jahr 1928.  

Viele hüten sie wie einen Schatz und wollen darüber eigentlich auch nicht sprechen: Die Rede ist von jenen schwarzen Autokennzeichen, die heuer vor 30 Jahren zwar abgeschafft wurden, teilweise aber noch immer im Umlauf sind. So sind im Bezirk Neunkirchen laut Bezirkshauptmannschaft derzeit noch immer 1.593 aufrechte Zulassungen mit den alten, schwarzen Taferln unterwegs. Im Bezirk begannen diese Nummern immer mit der Ziffernkombination „15“, „45“ oder „75“.

Einer von ihnen ist der 79-jährige Franz Sinabel. Insgesamt drei seiner historischen Motorräder sind noch auf ein schwarzes „Nummerntaferl“ angemeldet – und darauf ist der Raglitzer auch mächtig stolz. „Wenn man zu Oldtimer-Treffen kommt, dann wird man schon immer wieder darauf angesprochen“, erzählt er freudig.

Hinter der schwarzen Nummerntafel des 79-Jährigen steckt aber noch eine besondere Geschichte. Denn als er eines seiner Motorräder in den 70er Jahren anmeldete – Sinabel besitzt übrigens rund 30 historische Fahrzeuge – bekam er vom dortigen Beamten eine ganz besondere Nummer.

„Ich bin dann zu spät zur Bezirkshauptmannschaft gekommen und da war das Taferl schon weg.“Franz Sinabel, Raglitz

„Das war schon ein älterer Herr, der dann meinte, dass er die Staatsvertragsnummer für mich hätte. Im ersten Moment habe ich nicht gewusst, was er damit eigentlich meint“, muss der Raglitzer schmunzeln, wenn er an diesen Moment zurückdenkt. Am Ende hat Sinabel die Bezirkshauptmannschaft mit dem Taferl „N15555“ verlassen. „Denn am 15. Mai 1955 wurde der Staatsvertrag unterschrieben. Für mich war das dann ein ganz besonderes Taferl, bis ich es dann nicht mehr bekommen habe“, hat den 79-Jährigen der damalige Verlust des einzigartigen Nummerntaferls etwas geärgert:

Über den Winter ließ er sein schwarzes Taferl immer zurücklegen, lediglich acht Tage wurden ihm dann zum Verhängnis. „Ich bin dann zu spät zur Bezirkshauptmannschaft gekommen und da waren der damalige Beamte, der mir das Taferl ausstellte, sowie das Taferl selbst bereits weg. Somit habe ich dann ein anderes Schwarzes bekommen“, war Sinabel dann dennoch stolz, Besitzer eines schwarzen Kennzeichens zu sein.

Einer, der auch um sein schwarzes Kennzeichen trauert, ist Oldtimer-Liebhaber Erich Kodym vom Semmering. Er hat damals zwar selbst eines gehabt, meldete dann aber ein neues Auto an. „Leider habe ich mein Kennzeichen nicht mehr. Ist wirklich verdammt schade “, so Kodym. Als Kennzeichen-Sammler entpuppt sich Ternitz‘ SPÖ-Stadtrat Peter Spicker: „Ich habe das damals vorgeschlagene Kennzeichen von Hundertwasser!“

Trend zu Wunschkennzeichen

Übrigens: Wieder im Trend sind im Bezirk Neunkirchen Wunschkennzeichen: Gab es 2015 nur 116 Neuanträge auf ein Wunschkennzeichen, so waren es 2017 182 und 2018 161. Im heurigen Jahr dürfte man überhaupt auf einen Rekord zusteuern: „Mit Ende Juli hatten wir bis dato 107 Anträge“, informiert Bezirkshauptmannstellvertreter Michael Engel auf Nachfrage.