Ein bühnenreifer Schlagabtausch in Neunkirchen. SPÖ stört Art und Weise des Bühnenankaufs für den Hauptplatz. ÖVP spricht von der bestmöglichen Option.

Von Christian Feigl. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:56)
Diese Bühne ist Objekt des Streits.
zVg/Firmenlauf, zVg/Firmenlauf

Es ist der Ankauf einer großen Bühne für den Hautplatz, der eine Politdebatte ausgelöst hat. Wobei es nicht um die Sache an sich geht, wie bei der SPÖ betont wird, sondern um die Art und Weise, wie die Investition getätigt wurde.

Konkret handelt es sich dabei um die Bühne, die bislang immer beim Firmenlauf verwendet wurde und im Besitz von Dieter Schneider war. Um 25.000 Euro wurde sie von der Stadt angekauft und soll am Hauptplatz vor dem Rathaus zwischen den Gastronomen Schicker und Bauer aufgestellt werden. „Wir wollen damit Künstlern, aber auch Vereinen die Möglichkeit bieten, dass sich diese in einem würdigen Rahmen präsentieren können“, so ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer zu den Beweggründen.

„Wir finden die Idee super und wollen das schon lange, aber die Art der Beschaffung geht gar nicht.“ SPÖ-Infrastrukturstadtrat, Klubobmann Günther Kautz.

Soweit so gut, auch für die SPÖ. Allerdings magerlt Stadtrat Günther Kautz einmal mehr die Vorgangsweise. „Wir haben im Vorfeld nichts davon gewusst. Die Sache ist per Dringlichkeitsantrag in den Ausschuss gekommen und 25.000 Euro ist ja nicht so eine kleine Summe, dass man da im Vorfeld nicht Bescheid geben könnte“, ärgert er sich. Und Kautz kritisiert weiters, dass auch keine Vergleichsangebote eingeholt wurden. „Wir finden die Idee super und wollen das schon lange, aber die Art der Beschaffung geht gar nicht“, so Kautz. Außerdem würde davon nur der Hauptplatz profitieren, während andere nichts davon hätten: „Ich bin auch schon gespannt, ob sie die fünf Monate dort schadlos überleben wird. Ich hoffe es.“

Mit Verwunderung reagiert ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer auf die Kritik: „Interessant, dass die SPÖ die Bühne so gut findet und dann aber dagegen stimmt.“ Dieter Schneider sei auf ihn zugekommen und hätte ihm die Bühne angeboten: „Ich habe das als einmalige Chance gesehen und natürlich haben wir uns wegen des Preises auch erkundigt. In dieser Liga hätten wir sicher nichts Vergleichbares bekommen“, so der Bürgermeister. Eine etwaige Miete für den Zeitraum von Mai bis Oktober würde sich laut Osterbauer auf 21.600 Euro belaufen, die habe sich durch den Ankauf quasi in zwei Jahren amortisiert.

Als er dann das Themenprotokoll der Klubobleutebesprechung durchsieht, gibt er aber zu, dass die Bühne in diesem Gremium nicht besprochen wurde. „Aber die SPÖ hat sicher davon gewusst und hätte ja auch fragen können.“

Aufgestellt soll sie übrigens bereits im Mai werden. Und auch ein Agreement wurde mit dem Vorbesitzer getroffen: „Beim Firmenlauf darf er sich die Bühne von uns kostenlos ausborgen. Es müssen nur die Leistungen des Bauhofs bezahlt werden“, so Osterbauer.

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