„Zahlendreher“ im Bezirk Neunkirchen. Sozialdemokraten rutschen im Bezirk auf unter 60 Prozent, FCG legt leicht zu.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 09. April 2019 (05:45)
Grabner
Umgekehrtes Bild bei der NÖAAB-FCG. Plus im Bezirk, Minus im Land: Stadtrat Christian Gruber.

Im Bezirk Neunkirchen fiel der Jubel der Sozialdemokratischen Gewerkschafter verhaltener aus als im Land. Zwar freute man sich, dass man NÖ-weit drei Prozentpunkte zulegen konnte, doch schmerzte der Verlust von rund vier Prozent im Bezirk. „Natürlich hätte ich mich mehr gefreut, hätten wir ein noch besseres Ergebnis eingefahren“, so Bezirksspitzenkandidatin Andrea Schremser. Trotzdem könne man zufrieden sein, betont sie. Schade sei, dass die Wahlbeteiligung erneut gesunken war. Im Bezirk gaben von den rund 10.100 Wahlberechtigten etwa 5.800 ihre Stimme ab, davon 169 ungültig. Schremser: „Mein Demokratieverständnis sieht so aus, dass man wählen geht, wenn man die Möglichkeit hat.“

Schremser
Verluste für die FSG im Bezirk Neunkirchen, jedoch Freude über NÖ-Trend: Andrea Schremser.

Genau umgekehrt fiel das Ergebnis für die Christgewerkschafter des NÖAAB-FCG aus. Im Bezirk Neunkirchen konnte das Team rund um Neunkirchens ÖVP-Stadtrat Christian Gruber zulegen, NÖ-weit musste man allerdings Verluste hinnehmen. „Mich freut natürlich, dass wir im Bezirk drei Prozent zulegen konnten – entgegen dem Trend“, so Gruber zur NÖN. Positiv bewertet der Kammerrat den Wahlkampf: „Es gab kein Hick-Hack, sondern einen fairen Wettstreit.“ Dass die Anzahl derer, die ihre Stimme abgaben, sank, schmerzt auch Gruber: „Da gibt es bestimmt Aufholbedarf“, ist er überzeugt.

Ein Plus – sowohl auf Landes-, als auch auf Bezirksebene, konnten die Freiheitlichen verzeichnen. Gerhard Scherz, der auf beiden Ebenen als Spitzenkandidat antrat, freut das naturgemäß: „Wir haben unser bestes Ergebnis geschafft und damit unser Wahlziel mehr als erreicht.“ Dass die Wahlbeteiligung auf unter 40 Prozent gerutscht sei, müsse man laut Scherz „auf jeden Fall hinterfragen“. Er will sich daher dafür einsetzen, „dass Lehrlinge automatisch wahlberechtigt sind. Jetzt ist es so, dass sie oftmals nicht ihre Stimme abgeben können, wenn sie den Brief, den sie davor bekommen haben, nicht zurückschicken!“

Übrige Listen spielten keine große Rolle

Keine großen Erfolge konnten die übrigen Listen bei der Wahl verzeichnen. Die beiden Grünen-Listen kamen im Bezirk auf 1,4 bzw. 1 Prozent, die „Liste Perspektive“ auf 2,7, die Kommunisten auf 1,4 Prozent sowie der „Gewerkschaftliche Linksblock“ auf nur 0,5 Prozent.

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