Bezirk Neunkirchen: Höchste Arbeitslosen-Zahl seit 1945. Die von der Coronavirus-Pandemie ausgelöste Entwicklung hat auch massive Auswirkungen auf den niederösterreichischen Arbeitsmarkt: Erstmals seit 3 Jahren ist die Zahl der arbeitslosen Personen niederösterreichweit wieder gestiegen. Vor allem auch im Bezirk Neunkirchen sind die Folgen der Krise deutlich spürbar: Mit Ende März 2020 waren 4.650 Menschen arbeitsuchend gemeldet, das sind um 1.144 Personen oder 32,6 Prozent mehr als 2019 - so viele wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr!

Von Christian Feigl. Erstellt am 01. April 2020 (11:18)
Symbolbild
APA (Pfarrhofer)

„In den ersten beiden Märzwochen ist die Arbeitslosigkeit gegenüber Februar dieses Jahres saisonbedingt noch um - 271 oder -7,3 Prozent zurückgegangen. Mitte März kam dann die Trendwende. Innerhalb von nur 16 Tagen stieg die Arbeitslosigkeit in Neunkirchen um mehr als 1.200 Personen oder +35 Prozent. Das ist die höchste Zahl an Arbeitslosen seit 1945“, analysiert Walter Jeitler, Geschäftsstellenleiter des Arbeitsmarktservice Neunkirchen.  

„Das ist auch der stärkste Zuwachs seit 1945 in einer so kurzen Zeit. Das ist eine enorme Herausforderung fürs AMS Neunkirchen. Wir setzen alles daran, dass Arbeitslose in dieser schweren Zeit trotz Rekordarbeitslosigkeit pünktlich und so rasch wie möglich zu ihrem Geld kommen“, so Jeitler.

Die Details: Die Männerarbeitslosigkeit stieg im März  mit 655 Personen oder 34,7 Prozent auf 2.541 Personen gegenüber dem Vorjahr in absoluten Zahlen als auch prozentuell stärker wie die Frauenarbeitslosigkeit mit 489 Personen oder 30,2 Prozent auf 2.109 Personen.  

58 Jugendliche suchten im März  eine Lehre, damit um zwei  Lehrstellensuchende oder um 3,3 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahr. Offene, sofort verfügbare Lehrstellen gab es 14 somit um 28 Lehrstellen oder 66,7 Prozent weniger wie im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit der Jugend (bis 24 Jahre) stieg um 192 Personen auf insgesamt 462 vorgemerkte Personen, das ist ein Plus von 71,1 Prozent gegenüber 2019.

Mit Ende März  beträgt die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen 347 und liegt damit um 272 offene Stellen oder 43,9 Prozent unter dem Vorjahreswert.