Neunkirchner als neuer Winnetou. Marco Valenta übernimmt in Wagram die Hauptrolle

Erstellt am 16. Januar 2018 (05:00)

Der Star der diesjährigen Winnetou-Festspiele in Wagram bei Krems ist kein Apache, sondern ein waschechter Neunkirchner: Marco Valenta spielt im Sommer im Stück „Der Ölprinz“ erstmals in seiner Karriere den legendären Indianerhäuptling. Für den 36-Jährigen erfüllt sich ein Kindheitstraum.

"Wahnsinnig große Ehre"

„Ich habe es noch immer nicht richtig realisiert. Für mich ist das eine wahnsinnig große Ehre und ich freue mich riesig auf diese Herausforderung“, erzählt er beim Besuch der NÖN Neunkirchen. Denn mit der Indianerthematik beschäftigt sich der Lagermitarbeiter der Firma Mauser seit seiner frühesten Kindheit: „Ich bin damit praktisch aufgewachsen, da meine Eltern von diesem Thema fasziniert waren und uns Kindern viel weitergegeben haben!“

Mit der Schauspielerei kommt Marco dann erstmals 1997 bei den Karl May-Festspielen in Winzendorf in Berührung: „Ein Freund hat mich gefragt, ob ich mitmachen möchte und so das Interesse geweckt.“ Zu Beginn noch als Fußstatist dabei, steigert er sich mit der Aufgabe und übernimmt von Jahr zu Jahr immer größere Rollen. Sein enormes Fachwissen in Indianergeschichte und ein unglaublich großer Privatfundus an Requisiten lassen die Verantwortlichen rasch erkennen, welches Potenzial in ihm steckt:

„Ich habe ein Herz für Indianer und das Herz eines Indianers“, sagt Marco Valenta mit einer derartigen Überzeugung, dass man keine Sekunde daran zweifelt. Mit seiner jeweiligen Rolle identifiziere er sich zu hundert Prozent. „Ich verkörpere die, mit allem, was ich habe!“ Dennoch ist seine erste Hauptrolle auch eine enorme Herausforderung: „Vor allem schauspielerisch muss ich noch intensiver arbeiten.“ Aus diesem Grund nimmt er ab der kommenden Woche auch regelmäßig Schauspielunterricht bei seinem Regisseur Rochus Müllauer.

„Ich habe ein Herz für Indianer und das Herz eines Indianers“Marco Valenta

Bis zur Premiere am 28. Juli vor rund 2.000 Zuschauer muss alles sitzen: „Die gesamte Besetzung trifft sich ab Mai zum Proben an den Wochenenden und eine Woche vor Beginn gibt es dann die sogenannte ‚Hell Week“, wo wir durch gehend am Set sind und alles noch einmal abarbeiten.“ Ob es so etwas wie Lampenfieber bei ihm gibt? „Bislang musste ich immer direkt vor dem Auftritt auf die Toilette, das wird wahrscheinlich dieses Mal nicht anders sein, aber sobald es los geht, ist die Nervosität verschwunden!“

Viermal hat Marco bereits in den USA Indianerreservate besucht. Dabei sind auch Freundschaften entstanden. Um den meist sehr armen Menschen dort zu helfen, spendet er regelmäßig einen Teil seiner Gage und organisiert auch Spendenaktionen. Wobei es ihm um die Gage am wenigsten geht: „Die ist ja wenn man den gesamten Zeitaufwand und die Materialkosten, in die ich selbst investiere, miteinberechnet, gar nicht der Rede wert. Das ist dann mehr oder weniger eine Aufwandsentschädigung. Aber in Wahrheit geht es ja um viel mehr!“

Über 150 historische Kostüme

Über 150 historische Kostüme aus der Indianerzeit und der Zeit des Bürgerkriegs lagern im Keller seines Hauses. „Alleine ein Winnetou-Kostüm kostet an die 2.500 Euro“, erzählt er. Dazu gibt es auch die passenden Accessoires wie Waffen, Zelte, Alltagsgegenstände oder Schmuckstücke. Sein enormes Fachwissen vermittelt er in Kursen auch gerne in Schulen oder Kindergärten. „Mir ist wichtig, dass Kinder sich für diese Thematik interessieren und ich zeige und lehre sie in meinen Vorträgen vom Leben der Indianer!“ So organsierte Wagrams neuer Winnetou zuletzt sogar einen Indianernachmittag in einer Neunkirchner Volksschule.

Obwohl er sich mit der Hauptrolle einen Lebenstraum erfüllt hat, denkt der 36-Jährige bereits einen Schritt weiter: „Es gibt schon noch etwas, das alles toppen könnte. Ich würde auch gerne einmal Regie führen“, verrät er.

 

Das Stück:

Die  drei Helden Winnetou, Old Shatterhand und Sam Hawkens wollen dem skrupellosen Grinley, genannt „Der Ölprinz“, das Handwerk legen. Verwegene Ritte, stimmungsvolle Musik, tolle pyrotechnische Effekte. Zu einem Fest für Groß und Klein machen 60 Mitwirkende und 18 Pferde den Event in der Arena Wagram.

Der Veranstaltungsort:

Auf einem Gelände direkt nördlich der Schnellstraße S5 zwischen Stockerau und Krems, Abfahrt Fels am Wagram, wurde 2017 eine völlig neue Arena mit Tribüne, Spielfläche, Kulissen, Gastronomie errichtet. Im Umkreis der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram, in der Weinregion Wagram, gibt es viele weitere Angebote.

Die Termine:

28. Juli bis 26. August jeweils Sa, So sowie am 15. August
Beginn Samstag 19Uhr, Sonn- und Feiertag 17Uhr
Kinderprogramm ab 3 Stunden vor jeder Vorstellung 15. August - Tag der offenen Tür: 11.30 Uhr Andacht mit Pferdesegnung, anschließend Reiten, Kutschenfahrten, Bühnenbesichtigung u.a.m.

Karten:

Winnetou-Spiele Wagram, Tel.: 0676/667 32 31, E-Mail: info@winnetouspiele-wagram.at Homepage: www.winnetouspiele-wagram.at