Raub beim Friedhof? Frau im Zweifel freigesprochen. Eine 25-Jährige soll unter anderem eine Frau beim Friedhof beraubt haben. Das Opfer konnte die Angeklagte vor dem Richter aber nicht mehr eindeutig identifizieren.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 04. Januar 2020 (05:58)
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Mit einem eher überraschenden Freispruch endete ein Prozess gegen eine 25-jährige Tschechin, die am 25. und 26. Oktober vergangenen Jahres zwei Straftaten begangen haben soll. Zuerst soll sie, so die Staatsanwaltschaft, mit fremden Kreditkarten am 25. Oktober 3.000 Euro abgehoben haben und am 26. Oktober soll sie mit einer Mittäterin eine Frau ausgeraubt haben. Die Angeklagte ist 26 Mal wegen Diebstahls in England und Tschechien vorbestraft – und gegen ihre ganze Familie wird ermittelt. Vor dem Richter bekannte sie sich jedenfalls nicht schuldig.

Die Kreditkarten stammen aus einer Geldbörse, die zwei junge Männer einer Frau im Supermarkt in Krumbach gestohlen haben sollen. In der Börse befanden sich nicht nur Bankomat- und Kreditkarte der Besitzerin, sondern auch die ihres Ehemannes. So konnten letztendlich 3.000 Euro erbeutet werden. Auf Fotos des Bankomats, an dem die Summe abgehoben wurde, taucht die Angeklagte auf.

„Dann weiß ich nichts mehr und plötzlich bin ich am Boden gekniet und die Tasche war offen.“Das Opfer des Raubüberfalls vor Gericht.

Bei dem Raubüberfall schilderte das Opfer, dass sie beim Friedhof Aspang von zwei jungen Frauen angesprochen wurde, die sie dazu überreden wollten, etwas zu spenden und sich dafür in eine Liste einzutragen. Die 76-Jährige meinte dazu vor Gericht: „Sie sagten immer wieder ,Du spenden und da schreiben‘. Ich habe ,Nein‘ gesagt und es gab ein Geschiebe und Gezerre und eine hat dauernd an meinem Hosenbein angezogen.“ Die gehbehinderte Frau habe weder vor noch zurück gekonnt und hatte „das Gefühl, sie wollen keine Spende, sondern die ganze Tasche. Dann weiß ich nichts mehr und plötzlich bin ich am Boden gekniet und die Tasche war offen.“ Sie habe zu schreien begonnen und gleich danach die zwei Frauen auf der Straße laufen sehen. Die leere Börse wurde eine Woche später bei der Autobahn-Abfahrt Edlitz gefunden.

Auf Fotos bei der Polizei hat die Frau die Angeklagte identifiziert, bei Gericht – von Angesicht zu Angesicht – war sie sich dann aber doch nicht mehr so sicher. Sie habe die junge Frau schlanker in Erinnerung gehabt, wie sie vor Gericht angab.

Deshalb wurde die Angeklagte freigesprochen. Das Urteil ist unterdessen noch nicht rechtskräftig.