Große Reise: Quer über den Kontinent. Karin Giese (39) aus Aspang erkundet gemeinsam mit ihrem Mann die „längste Straße der Welt“, die „Panamericana“. Aktuell befinden sie und ihr Gatte sich in Mexiko.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 13. April 2019 (05:24)

„Ich bin immer schon gerne und viel gereist – auf allen Kontinenten.“ Sagt Karin Giese, 39. Doch jene Reise, die die promovierte Juristin gemeinsam mit ihrem Mann vor knapp acht Monaten angetreten hat, unterscheidet sich von ihren bisherigen: Es ist das bislang wohl spektakulärste Reiseabenteuer, das die gebürtige Aspangerin derzeit erlebt: Mit ihrem österreichischen Campingbus ist die Bereichsleiterin an einer Wiener Uni – gemeinsam mit ihrem Gatten – aktuell entlang der „Panamericana“ unterwegs. Die „längste Straße der Welt“ erstreckt sich auf 45.000 Kilometer durch insgesamt 14 Länder – und führt von Feuerland bis Alaska (USA).

Den Alltag vorerst hinter sich gelassen

Um dieses Abenteuer zu erleben, ließen die 39-Jährige und ihr Mann ihren geregelten Alltag inklusive Job – vorerst – hinter sich: „An einem Sommerabend auf unserem Balkon haben mein Mann und ich einmal lange über eine Weltreise gesprochen und beschlossen, nicht bis zur Pension zu warten, sondern jetzt das Abenteuer unseres Lebens zu wagen“, erklärt Giese schmunzelnd die Beweggründe für die Weltreise. Schnell war dann auch geklärt, diese Reise mit dem Auto anzutreten: „Weil man dadurch ein Land noch intensiver kennenlernt und unabhängiger ist.“

Knapp acht Monate und über 28.000 Kilometer sind die Abenteurer nun schon unterwegs, wie sie der NÖN via E-Mail berichten. „Die bisherigen Meilensteine unserer Reise waren die Überquerung der Magellanstraße auf einer Autofähre, um an die südlichste Spitze Südamerikas nach Feuerland – dem buchstäblichen Ende der Welt – zu gelangen. Dafür mussten wir zunächst durch die argentinische Pampa“, erzählt Karin Giese. „Man fährt circa 3.000 Kilometer mehr oder minder immer geradeaus, die einzige Abwechslung bieten frei lebende Guanakos – eine Stammform des domestizierten Lamas –, die gelegentlich die Straße queren. Es herrscht so wenig Verkehr, dass sich auf der Straße fast alle entgegenkommenden Fahrer begrüßen.“

Von Feuerland ging es schließlich immer nordwärts durch Argentinien, Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Kolumbien bis zum sogenannten „Darien Gap“. Giese: „Dort befindet sich die einzige – nur circa 100 Kilometer lange – Unterbrechung der ,Panamericana‘ zwischen Kolumbien und Panama. Eine Grenzüberquerung auf dem Landweg ist aufgrund der Unwegbarkeit des Geländes sowie der dortigen Aktivitäten kolumbianischer Guerillagruppen unmöglich. Als wir den gesamten südamerikanischen Kontinent einmal komplett von Süden nach Norden mit unserem Campingbus durchquert hatten, war das für uns schon ein ganz besonderes Gefühl.“

 Österreich-Kennzeichen sorgt oft für Erstaunen

 Dass die beiden mit einem österreichischen Kennzeichen reisen, führt auch immer wieder zu humorvollen Situationen. „Das ,A‘ am Heck unseres Busses wurde nie mit Österreich in Verbindung gebracht, vielmehr kam gelegentlich die Frage, ob wir aus Argentinien kommen. Oder wir wurden gefragt, ob es für ,Alemania‘, das spanische Wort für Deutschland, steht“, muss die Juristin lachen.

Aktuell befindet sich Karin Giese auf der Yukatan-Halbinsel in Mexiko, mit einer Ankunft in Alaska rechnet sie im August. Die NÖN bleibt dran!