Traditions-Wirtshaus schloss nun die Tore. „Sperrstunde“ für das beliebte Lokal von Uschi und Sepp Binder in Unteraspang. Aus dem Gasthaus soll nun Wohnraum werden.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 08. Februar 2020 (06:15)
Mit einer Botschaft an der Menükarte verabschiedeten sich Sepp und Uschi Binder von langjährigen Stammgästen in ihrem Gasthof Binder in Unteraspang. Nun genießen beide die wohlverdiente Pension.
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Es ist ein Abgang in Aspangs Gastronomiebranche, der eine große Lücke hinterlässt: Uschi und Sepp Binder haben ihren Gasthof in Unteraspang zuletzt für immer geschlossen. Nachfolge gab es keine, die beiden treten die wohlverdiente Pension an.

Den „Binderhof“, wie das Gasthaus und Restaurant in unmittelbarer Nähe zur Volksschule Unteraspang auch genannt wurde, gibt es bereits seit 1968. „Anfangs gab es aber lediglich Fremdenzimmer“, blickt Sepp Binder zurück. 1985 hat er den Betrieb übernommen, 1999 wurde der Gasthof neu gebaut und seitdem sehr erfolgreich geführt.

„War schon sehr emotional in den letzten Tagen“

Der Abschied fiel schwer, geben er und seine Gattin Uschi im NÖN-Gespräch zu: „Es war schon sehr emotional in den letzten Tagen, das muss man schon sagen. Schließlich hängt man an den Leuten – die waren ja nicht nur essen und trinken hier, sondern haben teilweise auch ihre Anliegen und Sorgen mit einem geteilt“, meint Uschi Binder.

Dass sich unter ihren Gästen sowohl jüngere, als auch ältere Menschen fanden, freut beide sehr: „Unter anderem waren der Männergesangsverein, der Kirchenchor oder auch der Sportverein regelmäßig zu Gast“, weiß Sepp Binder.

Ihren treuen Stammgästen wollen die Binders danken: „Für die langjährige Treue, aber auch für die große Unterstützung, die wir erfahren haben“, formuliert es Uschi Binder. In ihrer Pension wollen sich die beiden unter anderem dem Sport widmen: Neben Rad fahren oder dem Besuch auf der Skipiste steht aber vor allem die Familie im Vordergrund, wie sie betonen.

Das Gasthaus selbst soll übrigens zu Wohnraum werden. Gemeinsam mit ihren Kindern wollen die Binders insgesamt neun Mietwohnungen schaffen.