9-Jähriger sprach bei Bauprojekt mit. Jungem Anrainer gefielen ursprüngliche Pläne nicht und schickte Brief an Ortschef von Aspangberg-St. Peter. Einige Vorschläge werden nun umgesetzt.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 18. Mai 2021 (03:34)
Baumeister Ronald Stangl, Thomas Pichler, ÖVP-Bürgermeister Bernhard Brunner, die ÖVP-Gemeinderäte Eva-Maria Leitner-Glanz und Ronald Haidvogl sowie Barbara Pichler auf der Baustelle im Ortsteil Hoffeld.
Baumeister Ronald Stangl, Thomas Pichler, ÖVP-Bürgermeister Bernhard Brunner, die ÖVP-Gemeinderäte Eva-Maria Leitner-Glanz und Ronald Haidvogl sowie Barbara Pichler auf der Baustelle im Ortsteil Hoffeld.
 
Philipp Grabner

Zwei Jahre ist es her, da erhielt Bürgermeister Bernhard Brunner (ÖVP) außergewöhnliche Post: In einem Briefumschlag steckten zwei Zettel – die Botschaften darin klangen für den Ortschef zunächst etwas mysteriös: „Baut keinen Parkplatz“ und „Bienen brauchen Blumen als Nahrung“ war da zu lesen. Mangels Absender und näherer Angaben blieb Brunner allerdings etwas ratlos zurück.

Im Herbst 2020 schließlich brachte sein Besuch in den Volksschulen Licht ins Dunkel – der neunjährige Thomas Pichler kam auf ihn zu und konfrontierte ihn damit, ob er denn nun vorhabe, im Ortsteil Hoffeld einen Parkplatz zu bauen. Der Ortschef, der zunächst die Diskussion über neue Parkmöglichkeiten in Mönichkirchen als Hintergrund vermutete, musste schmunzeln: „Da war das Rätsel für mich endlich gelöst!“

Auslöser für den Brief des 9-Jährigen war ein NÖN-Bericht – Brunner hatte darin die Pläne für ein neues Ärzte- und Veranstaltungszentrum im Ortsteil Hoffeld angekündigt. Dass in dem Konzept auch ein Parkplatz im Bereich des früheren Spielplatzes vorgesehen war, ging Thomas aber gegen den Strich. „Mir hat der Plan nicht gefallen und daher habe ich mir gedacht, dass ich etwas unternehmen muss“, erklärt der 9-Jährige. Hauptsächlich ging es ihm um die Bienen, denen man mangels Grünfläche den Lebensraum rauben würde.

Entwurf wurde mit Anrainer ausgearbeitet

Dass Thomas das Projekt mittlerweile befürwortet, hat mit Gesprächen zu tun, die er mit Bürgermeister Bernhard Brunner (ÖVP) und Gärtner Michael Gruber aus St. Corona führen durfte. Letzterem konnte er nämlich seine Ideen und Vorschläge für einen naturfreundlichen Platz unterbreiten.

„Der Parkplatz ist einfach nötig, weil sich in dem Gebäude eine Ordination befinden wird und Patienten die Möglichkeit haben müssen, direkt davor stehen zu bleiben. Wir konnten uns aber auf einen guten Kompromiss einigen und werden uns bemühen, das Ganze ordentlich zu gestalten“, erklärt Brunner. Eine Blumenwiese, ein Kirschbaum, blühende Sträucher entlang des Zauns und eine Linde bei der Parkplatz-Einfahrt sollen den Vorschlägen von Thomas Rechnung tragen. Das gefällt auch Thomas, der in unmittelbarer Umgebung wohnt: „Das passt für mich“, meint er zur NÖN.

Bei dem Bauprojekt liegt man aktuell im Zeitplan – der Ortschef rechnet mit einer Fertigstellung noch diesen Sommer.