Ortschef begab sich auf große Pilgertour. Der Bürgermeister von Aspangberg-St. Peter, Bernhard Brunner, erkundete drei Wochen lang den österreichischen Jakobsweg.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 27. September 2020 (04:45)
Bernhard Brunner beim Start in Aspangberg...
privat

Sommerurlaub am Meer? Recht früh stand für Bernhard Brunner heuer fest: Daraus wird wohl – „Corona“ sei Dank – nichts. Und weil der Direktor der MS Scheiblingkirchen, der seit 2019 für die ÖVP das Bürgermeisteramt in seiner Heimatgemeinde bekleidet, ohnehin eine „Auszeit“ für sich brauchte, entschied er sich für etwas Neues: Zu zweit bezwang er den „österreichischen Jakobsweg“ – in drei Wochen legte Brunner insgesamt 535 Kilometer zurück.

„Arbeitstechnisch war ich an einer Grenze der Belastbarkeit angelangt und ich wollte einen Urlaub ohne Stressfaktor“, erzählt der Bürgermeister im NÖN-Gespräch. Zwar sei der „echte“ Jakobsweg ebenfalls schon öfter zur Debatte gestanden: „Doch Corona hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, fügt er hinzu.

...und auf einer stillgelegten Schmalspurbahn bei Lunz/See.
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Der Startschuss fiel schließlich in Aspangberg-St. Peter. Die Strecke führte Brunner zunächst nach Mariazell und von dort über St. Florian, Wels, Salzburg und Lofer bis nach Wörgl in Tirol. „Durchschnittlich legten wir pro Tag rund 25 Kilometer zurück, die Quartiere – Gasthäuser oder Pensionen – buchten wir zwei Tage im Vorhinein“, so der Pädagoge. Die „Entschleunigung“ sei erst nach vier oder fünf Tagen gekommen, meint Brunner im Nachhinein: „Dann schaltest Du so richtig ab und plötzlich spielen so viele Dinge einfach keine Rolle mehr. Es geht nur mehr um die Grundbedürfnisse und die Fragen: Wo kann ich meine Wäsche waschen? Wo werde ich übernachten?“, erklärt er.

Welche Erkenntnisse er aus der besonderen Reise gewann? „Mir ist einmal mehr klar geworden, wie wunderschön Österreich eigentlich ist und wie unterschiedlich unser Land ist. Es begegnen einem so viele spannende Menschen.“ Brunner hat jedenfalls Blut geleckt. Der „echte“ Jakobsweg steht nach wie vor auf seiner To-do-Liste...