Fristlose nach „Spitzel-Affäre“ in Neunkirchen

Erstellt am 06. Juli 2022 | 05:05
Lesezeit: 2 Min
Cyber-Angriffe nehmen zu
Symbolbild
Foto: APA (dpa)
Rathaus-Mitarbeiter soll sich wochenlang in Computer der Stadtpolizei eingeloggt haben.
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Ein anonymes Schreiben, das auch die Redaktion der NÖN erreichte, wirbelt aktuell viel Staub auf: Es geht um die Entlassung zweier Mitarbeiter einer Abteilung im Rathaus – einer der beiden wurde sogar fristlos entlassen.

„Ich kann das bestätigen. Auf die Inhalte und Hintergründe möchte ich aber nicht näher eingehen“, so ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer auf Nachfrage der NÖN. Jedenfalls seien die Vorwürfe aus seiner Sicht schwerwiegend und es gebe auch genügend Beweise für das Fehlverhalten. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es war kein anderer Weg möglich. Dieses Verhalten war nicht tolerierbar.“

Wie NÖN-Recherchen ergaben, soll sich einer der betroffenen Mitarbeiter wochenlang unbemerkt in den Computer der Stadtpolizei eingeloggt haben. Auch von aufgezeichneten Telefonaten und Videoüberwachungen ist die Rede. Zu diesen konkreten Vorhaltungen wollte sich der Bürgermeister aber ebenfalls nicht äußern. Die fristlose Entlassung sei jedenfalls im Beisein der Personalvertretung – statt Obmann Andreas Pfalzer war dessen Stellvertreterin Sandra Ofenböck anwesend, weil dieser auf Urlaub weilte – erfolgt. Osterbauer geht aber davon aus, dass der betroffene Mitarbeiter rechtliche Schritte ergreifen wird: „Das ist auch sein gutes Recht, aber wir haben genug Beweise.“

Seitens der Personalvertretung will sich Andreas Pfalzer vorerst nicht näher öffentlich zu der Causa äußern: „Wir sind eingebunden, aber ich war im Urlaub und muss erst mit den Betroffenen reden. Erst von diesen Gesprächen sind weitere Schritte abhängig.“

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