Balkone werden geschleift. Gemeinde kann Terrassen nicht sanieren und muss daher abreißen. Mieter wehren sich.

Von Tanja Barta. Erstellt am 11. September 2019 (04:34)
Barta
Diese Balkone sind nicht mehr sanierungsfähig und müssendaher abgerissen werden.

Und plötzlich soll der Balkon einfach abgerissen werden – die Bewohner des Theodor Körner-Hofs haben die Volksanwaltschaft eingeschalten. Weil ihre Balkone im Gemeindebau bereits so in die Jahre gekommen sind, sollen diese gleich ganz abgerissen werden. Laut Stadtgemeinde gibt es derzeit kein Budget für neue.

Es war in den späten 50er-Jahren, als der Theodor Körner-Hof seiner Bestimmung übergeben wurde. „Genauso alt sind auch die Balkone“, so SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak gegenüber der NÖN. Ein baustatisches Gutachten hätte laut ihm bescheinigt, dass die Balkone nicht mehr zu sanieren seien und abgetragen oder erneuert gehören würden. Da die Gemeinde hier nicht nur Vermieter, sondern auch Baubehörde ist, ist sie verpflichtet, die Balkone abzutragen.

Leistbares Wohnen war hier das Ziel

Dass die Mieter zukünftig dort, wo der Balkon jetzt ist, nur noch Sprossen haben sollen, wollen sie auf keinen Fall hinnehmen. Zwölf von 24 Wohnungen sind mit einem Balkon ausgestattet, alles zu erneuern wäre laut dem Stadtchef momentan aber nicht möglich.

„Durch unser Bestreben, leistbares Wohnen zu ermöglichen, bezahlen die Altmieter nur 1,09 Euro pro Quadratmeter“, so Dworak. Dennoch sind in den letzten Jahren alleine für die Fassade und den Innenhof 206.000 Euro in den Bau geflossen. „Neue Balkone würden rund 185.000 Euro kosten, die Rücklagen betragen aber derzeit nur 35.000 Euro“, so der Stadtchef.

Um die Balkone finanzieren zu können, soll die Miete jener Bewohner mit Balkon um 60 Cent pro Quadratmeter erhöht werden. Alle bis auf zwei Mieter haben diesem Deal bereits zugestimmt.