Ein Jahr verbrachte die Ternitzerin in der Ferne. Zehn Monate war die 17-jährige Katharina Heißenberger in Spanien unterwegs. Neben vielen schönen Momenten sammelte sie auch viele Erfahrungen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. März 2020 (05:25)
Katharina Heißenberger (links) mit ihrer Gastschwester Carmen (mittig) bei ihrer Erstkommunion (primera comunión).
privat

Ein Jahr in einer komplett neuen Umgebung, mit lauter neuen Gesichtern, vielen Herausforderungen – auch in sprachlicher Natur – und vor allem vielen Momenten für die Ewigkeit. Was sich nach Werbung für eine Weltreise anhört, hat sich die 17-jährige Katharina „Ina“ Heißenberger bereits erfüllt.

303 Tage hieß es für sie, Abschied zu nehmen, um in Spanien ein Abenteuer zu erleben. Bereits seit der achten Schulstufe reizte sie der Traum, ein schulisches Austauschjahr zu absolvieren. „Die um zwei Jahre ältere Tochter meiner Volksschullehrerin, der ich auf Instagram folge, hat ein Austauschjahr in Schweden absolviert und mein Interesse damit mehr als geweckt“, verrät die Schülerin ihren ersten Berührungspunkt mit der Materie.

Der Schulwechsel ins BORG Ternitz und der ausgehändigte Flyer für die „Youth Education & Travel Fair“-Messe in Wien brachte den Stein dann endgültig ins Rollen. Eine witzige Anekdote nebenbei: „Die Messe habe ich dann gar nicht selbst besucht, sondern meine Klassenkameradin, die mir Infomaterial mitnahm!“, erinnert sich Ina Heißenberger. Und dann ging alles ganz schnell: Die passende Destination in Spanien wurde ausgesucht, die richtige Gastfamilie gefunden und auch alles mit der heimischen Schule abgesprochen.

„Die Tochter meiner Volksschullehrerin hat mein Interesse mehr als geweckt!“ 
Katharina Heißenberger aus Ternitz.

Und somit konnte das Abenteuer in der Fremde auch schon starten. Gelandet am Flughafen von Jerez de la Frontera wurde Heißenberger zum herzlichen Empfang bei ihrer Gastmutter, samt den beiden Gastschwestern im Alter von vier und zehn Jahren, gebracht. Die ersten zehn Tage standen noch im gegenseitigen Beschnuppern und dem Erkunden der Gegend inklusive Strandbesuchen. Schnell war klar, dass trotz drei Jahren Spanischunterricht die sprachliche Barriere eine große Herausforderung war.

Die spanische Mentalität zeigte sich erstmals so richtig, als es darum ging, die Schulbücher für das kommende Jahr zu kopieren. Dies ist in Spanien gang und gäbe und wird in Kopiergeschäften, den sogenannten „copistería“, durchgeführt. Hier wurde Heißenberger versichert, dass die Kopien am nächsten Tag abholbereit seien. „Am nächsten Tag war aber geschlossen und ich kam erst tags darauf zu meinen Unterrichtsmaterialien“, meinte sie schmunzelnd.

Der Schulalltag war dann anstrengend, denn es fühlte sich für die junge Schülerin so an, als hätte sie den ganzen Tag Spanisch als Unterrichtsfach. In Mathematik waren nicht die Komplexitäten dieser Thematik das Herausfordernde, sondern das Verstehen der spanischen Erklärungen und Anweisungen. Nach circa zwei Monaten war sie aber auch an das neue Schulleben gewöhnt und fand daraus resultierend schnell Anschluss im Klassengefüge. Heißenberger unterstützte sogar eine italienische Austauschschülerin, die in ihrer Heimat das Fach Deutsch besucht, beim Lernen, damit sie bei ihrer Rückkehr nicht den Anschluss verliert.

Am Wochenende standen Tagesausflüge zu nahegelegenen Städten wie etwa Sevilla, Ronda, Puerto de Santa Maria, Jerez de la Frontera und Cádiz auf dem Plan. Selbst eine einwöchige Kultur- und Sprachreise nach Italien mit ihrer spanischen Klasse absolvierte die Austauschschülerin. Dabei knüpfte sie auch einen Band fürs Leben in freundschaftlichem Sinne. Ina und ihre Klassenkollegin Mireia intensivierten ihren Kontakt und waren fortan unzertrennlich.

Am Flughafen in Wien wurde die 17-Jährige von ihrer Familie mit einem Transparent begrüßt.
NOEN

Doch nach zehn Monaten stand für Katharina Heißenberge wieder die Heimreise am Plan: Mit einem positiven Abschlusszeugnis der zehnten Schulstufe im Gepäck und nach einem tränenreichen Abschied von Gastfamilie und Freundin Mireia ging der Flieger gen Heimat. Die Tränen der Trauer wichen am Flughafen Wien Schwechat Freudentränen des Wiedersehens, als Ina Heißenberger auf ihre Familie traf.

Hinterlegt von Lukas Lassers lokalem Kulthit „Ternitz meine Heimat“ und Omas marillenmarmeladegefüllten Palatschinken ging es zurück in den Ternitzer Alltag...