Bankräuber zu sieben Jahren Haft verurteilt. Wirt wurde wegen fünf Banküberfällen und einem Versuch zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 30. Juli 2020 (15:24)
Der Angeklagte mit seinem Anwalt Nikolaus Mitrovits.
NÖN

Von 2012 bis 2017 betätigte sich ein Wirt aus der Region als Bankräuber – fünf Überfälle – einmal in Wimpassing, zweimal St. Egyden, zweimal in Oberösterreich und ein Versuch in Theresienfeld – gehen auf sein Konto. Heute stand der Mann vor Gericht und wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt.  

Als Motiv nannte der Angeklagte, 40 Jahre alt, Geldnot. Er habe das Gasthaus mit 75.000 Euro Schulden übernommen, nochmals 200.000 Euro in den Umbau gesteckt und dann seine Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Irgendwann sei ihm dann die Idee mit dem Bankraub gekommen. Er habe sie öfter verworfen, dennoch hat er am 8. November 2012 in Wimpassing die Bank mit einem Taschenmesser in der Hand überfallen – am Auto: Ein gestohlenes Kennzeichen. Die Beute betrug 12.600 Euro, allerdings habe er am Weg zum Auto einen Teil verloren. Danach folgte ein Überfall nach dem gleichen Schema am 7. März 2013 auf die Filiale in St. Egyden, wo er 91.000 Euro erbeutete, beim zweiten Mal in derselben Filiale am 2. Dezember 2013 waren es dann über 38.000 Euro.  

Mit Beute zum Einkaufen

Nach diesem Überfall fuhr der Angeklagte mit der Beute im Auto zur Metro-Filiale, um für sein Lokal einzukaufen. Als er zur Kassa kam, sah er dort Polizisten vor der Tür und viel Blaulicht. „Da war mir klar, dass ein Sender bei der Beute versteckt sein muss. In dem Moment ist meine Welt zusammengebrochen“, so der Mann vor Gericht. Er sei dann auf die Toilette gegangen und habe das Geld in den Papierkorb geworfen. Danach habe er seinen Einkauf bezahlt, ins Auto geladen und sei weggefahren. Einen Teil der Kleidung vom Überfall hat er dann auf einem Autobahnrastplatz weggeworfen. Frage der Richterin: „Warum haben Sie es dann am 11. März 2016 in Theresienfeld schon wieder versucht?“ Der Angeklagte antwortete: „Ich hatte Probleme eine Finanzstrafe zu bezahlen.“

Diesmal hatte er kein Messer dabei, sondern nur eine Flasche Scheibenflüssigkeit fürs Auto. Er habe das Etikett abgekratzt und bei der Mitarbeiterin in der Bank behauptet, dass der Inhalt der Flasche brennbar sei. „Die Frau dort sagte nur ,Nein‘ und dass ich verschwinden soll. Außerdem waren Kunden in der Bank, also lief ich weg.“

Nach einem Umzug nach Oberösterreich kam es zu zwei weiteren Banküberfällen in Offenhausen. Am 30. September 2016 erbeutete der Mann mit einem Messer bewaffnet 6.790 Euro. Allerdings war bei der Beute ein Alarmpaket dabei, welches im Auto explodierte. „Ich warf das rauchende Ding aus dem Auto und bis auf etwa 1.000 Euro war das Geld durch die rote Farbe nicht zu gebrauchen.“ Mit den 1.000 Euro konnte der Mann seine Finanzmisere wieder nicht wirklich beheben, also überfiel er am 9. März 2017 dieselbe Filiale nochmals. Diesmal mit einem Regenschirm mit Metallspitze bewaffnet. Die Beute: 6.265 Euro. Danach beichtete er der Familie seine finanzielle Not und erhielt Hilfe und blieb am Pfad der Tugend.

Kennzeichen schuld an Verhaftung

Dass er nun doch noch verhaftet wurde, liegt daran, dass er beim Umzug in Oberösterreich die gestohlenen Kennzeichen von drei seiner Überfälle im Keller vergessen hatte. Die Nachmieter fanden sie und brachten sie zur Polizei. Der Angeklagte: „Ich hatte acht Jahre darauf gewartet, dass die Beamten kommen. Außerdem hatte ich ein schlechtes Gewissen, vor allem wegen der Menschen, die ich durch meine Überfälle in Angst und Schrecken versetzt habe. Es tut mir alles außerordentlich leid.“ Das Urteil ist rechtskräftig.