Kfz-Neuzulassungen: „Erdgas wäre sehr vernünftig“. Lokale Händler über Trends und Perspektiven des Autos. Automarkt 95 Gramm – das heurige Jahr wird von der neuen CO 2- Regelung geprägt sein.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 21. Januar 2020 (04:39)
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4.272 Kraftfahrzeuge wurden im letzten Jahr im Bezirk Krems neu zugelassen. Betrachtet man nur die Daten der Pkw, waren es 2.729 neue wie aktuelle Zahlen der Statistik Austria zeigen. Welches Muster lässt sich daraus ablesen? Was sind die beliebtesten Antriebsarten und Marken?

Auf Platz eins rangiert mit 194 Fahrzeugen VW, fast am unteren Ende der Häufigkeitstabelle findet sich unter anderem Honda mit lediglich fünf. Unter den Antriebsarten ist der Benziner am häufigsten vertreten, mit Werten von 52 (Krems Stadt) und 54,1 Prozent (Krems Land). In Krems Land haben die vollelektrischen gegenüber den hybriden und anderweitigen angetriebenen Neuzulassungen leicht die Motorhaube vorn, in Krems Stadt sieht das Bild wieder umgekehrt aus.

So viel zur Statistik. Doch was sagen die lokalen Autohändler des Bezirks aus der „Froschperspektive“? Welche Trends sehen sie?

„Größeres Interesse bei Hybrid“: Gerhard Teuschl vom Autohaus Teuschl.
Foto: WK NÖ

Gerhard Teuschl vom gleichnamigen Kremser Autohaus ist bereits seit 1988 im Autoverkauf tätig. Reine E-Autos habe er momentan nicht zur Verfügung, diese kämen erst nächstes Jahr. Größeren Anklang sieht er kurz- und mittelfristig allerdings sowieso für hybride Modelle. „Hier ist das Interesse eindeutig größer“, sagt er im Gespräch mit den NÖN. Dies gelte vor allem für die hybriden „Plug-In“-Fahrzeuge.

Bei mild-hybriden unterstützt der Elektromotor lediglich den Verbrennungsmotor. Das Auto kann nicht rein elektrisch fahren. „Bei Plug-Ins kann das Fahrzeug zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor wechseln. Es ist etwa sinnvoll, Autobahnstrecken konventionell und Stadtstrecken elektrisch zu fahren“, so Teuschl. Stefan Röglsperger vom Autohaus Birngruber sieht einen „leichten Anstieg“ bei den E-Verkäufen. Voll-elektrische Fahrzeuge sind für ihn nicht einfach eine ökologischere Form der hybriden: „Das sind für mich zwei ganz unterschiedliche Anwendungsformen.“

NOEN

Was die Dieselkrise betrifft, so sei diese bei den Verkäufen „nicht spürbar“ gewesen, bestätigen beide Autohändler. Röglsperger merkt aber an, dass der Diesel „vor allem wenn man viele Kilometer fährt, unschlagbar ist“. Mit einer Ausnahme: Erdgas-Antrieb. Erdgasantriebe, von denen es 2019 im Bezirk nur zwei (!) Neuzulassungen gab, seien hinsichtlich der Feinstaubproblematik, der CO 2 -Emissionen und des Verbrauchs „eine vernünftige Variante“.

Wie stellt sich das Verhältnis von gekauften Neu- und Gebrauchtwagen dar? Bei Birngruber liege dies bei 50:50. Teuschl nennt keine konkrete Zahl, meint aber, dass es bei der Entscheidung häufig auf das Fahrprofil eines potenziellen Autokäufers ankomme. „Wenn es um Alleinstehende geht, die vor allem kurze Strecken fahren und öfter zu Kleinwagen greifen, kommt es häufiger zu Neuwagenkäufen.“ Hier sei der Preisunterschied oft nicht so erheblich. Bei Familien, die größere Wagen benötigen, entscheide man sich eher für gebrauchte.

„Leasingmodelle immer beliebter“: Stefan Röglsperger vom Autohaus Birngruber.
Foto: MK

Hinsichtlich der Prioritäten beim Autokauf beobachtet Röglsperger eine teilweise Trendwende: „Das Auto ist kein großes Statussymbol mehr.“ Bei einzelnen ausländischen Käufergruppen sei dies noch der Fall. „Für den Durchschnitt gilt aber: Funktionalität wird wichtiger“, so Röglsperger. Das sehe man unter anderem am großen Anklang von Skoda-Modellen. Dennoch komme es auch zu Käufen größerer, teurerer Modelle, wie des Audi RS. Dass es auch noch solche Käufer gebe – „die, die Spaß am Fahren haben“ – freue ihn, schmunzelt er.