23-Jähriger tickte aus. 23-Jähriger randalierte im Bezirk, soll zwei Minderjährigen Unterschlupf gewährt haben und eine der beiden missbraucht haben.

Erstellt am 14. September 2016 (05:44)
Michael Pfabigan

Die Liste der Anklagepunkte gegen einen 23-jährigen aus dem Bezirk Neunkirchen ist lange, die Vorwürfe schwerwiegend: Schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, Sachbeschädigungen, Kindesentziehung, Stalking, Körperverletzung, der Besitz und die Weitergabe von Cannabis.

Doch der 23-Jährige musste nicht alleine auf der Anklagebank Platz nehmen. Neben ihm war ein 22-Jähriger – ebenfalls aus dem Bezirk Neunkirchen. Dass dieser vor einem Schöffensenat landete, hatte er dem 23-Jährigen zu „verdanken“. Die beiden standen ursprünglich wegen Raufhandels vor einem Bezirksgericht, der Richter beschloss allerdings das Verfahren an das Landesgericht Wiener Neustadt abzutreten, um alles auf einmal abhandeln zu lassen.

Der Rechtsanwalt des 23-Jährigen, Amir Ahmed erklärte gleich zu Beginn des Prozesses, dass sich sein Mandant teilweise geständig verantworten werde: „Er hat mehrere psychische Erkrankungen wie eine bipolare, affektive Störung, eine Persönlichkeitsstörung und eine unreife Persönlichkeit.“

Öffentlichkeit von Verhandlung ausgeschlossen

Es sei ungewöhnlich, dass ein junger Mann in so kurzer Zeit eine solche Masse an Straftaten verübe. „Er hat zu diesem Zeitpunkt seine Medikamente nicht genommen und litt deshalb an Impulsdurchbrüchen“, so Ahmed. Jetzt gehe er einer Erwerbstätigkeit nach und versuche, sein Leben in den Griff zu bekommen. Am Gemeindeamt von Ternitz habe er in einem seiner Wutanfälle zwei Fenster eingeschlagen. „Die sind bereits bezahlt und der Schaden gut gemacht“, meinte Ahmed weiter.

Der Bursche hatte unter anderem zwei Minderjährigen Unterschlupf gewährt. Die beiden stammen laut Anwalt aus zerrütteten Lebensverhältnissen. Dass er sie geschlagen habe, gab er ebenfalls zu, den Missbrauch jedoch nicht. Bevor dieses Kapitel weiter ausgeführt wurde, wurde die Öffentlichkeit auf den Antrag von Opferanwältin Sylvia Rößler zum Schutz des Opfers ausgeschlossen. Die Verhandlung wurde vertagt.