3G am Arbeitsplatz: Arbeiten nur mit Nachweis

Wie Unternehmen im Bezirk die Verschärfungen in der Praxis leben.

Erstellt am 10. November 2021 | 04:31
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Andritz-Geschäftsführer Helmut Müller und Christoph Brandtner.
 
Foto: Gerhard Brandtner

Getestet? Geimpft? Genesen? Seit Monatsbeginn darf auch am Arbeitsplatz diese Frage gestellt werden – sie muss es laut Verordnung der Regierung sogar. Bereits früher, nämlich Mitte September, hat das Unternehmen F/LIST in Thomasberg die Regel eingeführt – „mit dem Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen, den Produktionsbetrieb ohne Einschränkungen aufrechtzuerhalten und damit langfristig Arbeitsplätze zu sichern“, wie der Covid-Beauftragte Dietmar Ulreich erklärt.

„Mit all diesen Vorkehrungen und gut funktionierenden Prozessen sehen wir uns auch für die angekündigte 2,5G-Regel bestens gerüstet“Dietmar Ulreich

Überprüft werde der Nachweis durch die jeweilige Führungskraft, im Betriebsrestaurant gelte weiterhin eine FFP2-Masken-Pflicht. Abseits dessen setzte man in den vergangenen Monaten auf Angebote zur Antikörperbestimmung sowie auf Aufklärungsgespräche zur Impfung. „Mit all diesen Vorkehrungen und gut funktionierenden Prozessen sehen wir uns auch für die angekündigte 2,5G-Regel bestens gerüstet“, ist Ulreich überzeugt.

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„Kontrolliert wird abteilungsweise, die Fäden laufen beim Stadtamtsdirektor zusammen“ Bürgermeister Herbert Osterbauer

Vorausgesetzt wird die Corona-Schutzimpfung mittlerweile im Rathaus Neunkirchen – bei denjenigen, die einen neuen Vertrag bekommen oder völlig neu beginnen. Bei allen anderen gilt aktuell die 3G-Regel und demnächst die 2,5G-Regel. „Kontrolliert wird abteilungsweise, die Fäden laufen beim Stadtamtsdirektor zusammen“, so ÖVP-Bürgermeister Herbert Osterbauer.

Über eine hohe Durchimpfungsrate freut man sich auch bei der Sparkasse Neunkirchen – aktuell liegt sie laut Unternehmen bei über 80 Prozent. „Unsere Führungskräfte bzw. Filialleiter kontrollieren täglich die aktuell anerkannten Nachweise ihrer jeweiligen Mitarbeiter“, hält Vorstandsdirektorin Gertrude Schwebisch dazu fest. Und bei der Raiffeisenbank Schneebergland betont man, großen Wert „auf transparente und aktuelle Informationsweitergabe“ zu setzen, selbstverständlich halte man sich an die gesetzlichen Verordnungen.

 Die Art der Stichprobenkontrolle ist nicht klar definiert und laut Datenschutzgrundverordnung darf ich ja keine Gesundheitsdaten der Mitarbeiter aufzeichnen“ Günther Kautz, Geschäftsführer von FWT Composites

Als „sehr mühsam“ empfindet Günther Kautz, Geschäftsführer von FWT Composites in Neunkirchen, die neue Regelung. „Weil es sich da um einen Gummiparagrafen par excellence handelt. Die Art der Stichprobenkontrolle ist nicht klar definiert und laut Datenschutzgrundverordnung darf ich ja keine Gesundheitsdaten der Mitarbeiter aufzeichnen“, meint Kautz.

„Eine Impfpflicht für alle hätte mehr Rückgrat. So ist das jetzt quasi eine Impfpflicht durch die Hintertür!“ Günther Kautz

In seinem Neunkirchner Betrieb arbeiten aktuell 120 Mitarbeiter. Zweimal täglich überprüft die Personalabteilung stichprobenartig die 3G-Nachweise. Kautz schätzt, dass etwa zwei Drittel seiner Kollegen geimpft sind: „Aber es werden mehr, weil der aktuelle Zustand viele mittlerweile einfach nervt.“ Ebenso kein gutes Haar lässt er an der 2,5 G-Regel, die demnächst ins Haus steht: „Eine Impfpflicht für alle hätte mehr Rückgrat. So ist das jetzt quasi eine Impfpflicht durch die Hintertür!“

Als „notwendigen Schritt“ erachtet man die klare Regel bei der Firma Andritz Fabrics and Rolls GmbH Gloggnitz. „Im Unternehmen haben wir natürlich schon seit geraumer Zeit ein entsprechendes Covid-Präventionskonzept, auf das die Mitarbeiter zugreifen können. Und es erfolgten und erfolgen entsprechende Kontrollen“, so Geschäftsführer Helmut Müller.

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