Abschiednehmen hat hohen Stellenwert für Bestattung. Trotz schwierigeren Bedingungen hat Abschiednehmen für Bestattung hohen Stellenwert. Die Meisten im Bezirk Neunkirchen halten sich an die Regeln.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:45)
Ein Besuch am Grab gehört an Allerheiligen für viele dazu.
Gleiss

In Stille gedenken, eine Kerze entzünden, den Grabschmuck erneuern – ein Besuch am Friedhof gehört Anfang November für viele einfach dazu. Auch heuer werden – trotz Corona – viele Menschen an den heimischen Gräbern erwartet. Die Arbeit der Bestattungen hat diese Zeit aber nachhaltig verändert.

Zu Beginn des „Lockdowns“ wurden die Besucherzahlen für Begräbnisse stark reduziert – lediglich zehn Personen durften Abschied nehmen. Mittlerweile sind die Regelungen wesentlich lockerer: Aktuell dürfen 500 Personen an der Feier teilnehmen, in Innenräumen sind es weniger. „Für die Hinterbliebenen war die Verordnung am Anfang nicht immer leicht. Da hat sich oft die Frage gestellt, wen man noch dazu einlädt und wen nicht“, erklärt Manfred Rath. Er begann 1987 als Totengräber in Neunkirchen und ist heute Betriebsleiter der Bestattung.

Und auch das Kondolieren hat sich nachhaltig verändert. „Statt des Händedrucks gibt es ein kurzes Nicken. Das war anfangs natürlich ungewohnt, die meisten haben es aber trotzdem eingehalten“, ergänzt Hans Spies, Geschäftsführer der ausgegliederten Betriebe in der Stadt, zu denen auch die Bestattung zählt. Manch‘ Familie habe zu Beginn der Coronakrise auch die Möglichkeit wahrgenommen, den Termin für die Zeremonie zu verschieben. „Bei einer Urnenbeisetzung ist das ja gut möglich“, konkretisiert Rath. Bei einer Erdbestattung sei das aber schwieriger, diese sollte zehn Tage nach Freigabe des Leichnams erfolgen. „Da ist wenig Spielraum“, meint Spies.

Das Abschiednehmen per se sei trotz Krise wichtig: „Der persönliche Schmerz ist ja trotz Corona genauso groß. Darauf gehen wir auch mit viel Empathie ein“, meint Spies. Als Trends in Sachen Bestattung nennt der Geschäftsführer Natur- oder Waldbestattung. Aber auch die Urne für die eigenen vier Wände werde öfter nachgefragt.

Umfrage beendet

  • Gehört für euch ein Friedhofsbesuch zu Allerheiligen und Allerseelen dazu?