Blutspenden: Über 100 Mal ein Leben gerettet. Kurt Lang und Christian Balber aus dem Bezirk Neunkirchen gehören einem besonderen Klub an: Beide haben über hundert Mal Blut gespendet.

Von Thomas Wohlmuth. Erstellt am 12. August 2020 (05:45)
Feuerwehrkommandant Kurt Lang aus Schottwien hat vor kurzem seine 100. Blutspende getätigt und wurde dafür geehrt.
Wohlmuth

Der 55-jährige Landesbedienstete Kurt Lang aus Schottwien ist neben seinem Beruf auch Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Maria Schutz – und er ist ein oftmaliger Lebensretter, da er bislang bereits 101 Mal Blut gespendet hat. Und es sollen noch mehr werden.

Ob er sich an das erste Mal noch erinnern kann? „Natürlich weiß ich das noch, das war, als ich 18 Jahre alt war, in der Berufsschule in Stockerau“, meint Lang wie aus der Pistole geschossen. Und weiter: „Ich habe die Spende gut vertragen und seit damals gehe ich immer, wenn es möglich ist, etwa vier bis fünf Mal pro Jahr, früher vielleicht nicht ganz so oft, aber jetzt wirklich regelmäßig. Meistens fahre ich nach Gloggnitz, wo öfters eine Blutspendeaktion stattfindet und einmal im Jahr ist bei meiner Feuerwehr eine Aktion, da bin ich dann natürlich auch dabei. Weil das normalerweise im Rahmen von unserem Fest ist, kommen da sehr viele Leute.“

Die Motivation für seine stattliche Zahl an Blutspenden ist für Kurt Lang neben dem Wunsch anderen zu helfen, auch, dass es für ihn einen gesundheitlichen Mehrwert bringt, da sein Blut nach jeder Spende untersucht wird. Das Blutspenden liegt bei ihm übrigen in der Familie. „Meine beiden Söhne spenden auch regelmäßig, aber bis sie so weit sind wie ich, wird es wohl noch dauern“, lacht Lang. Besonders gut betreut fühlt er sich durch die Info-SMS der Blutspendezentrale, die er regelmäßig erhält, wenn in der Nähe eine Blutspendeaktion stattfindet.

Bereits auf 170 Blutspenden kommt der 57-jährige Diplomkrankenpfleger Christian Balber aus Seebenstein, der sich neben seiner Arbeit in der Hauskrankenpflege beim Roten Kreuz Neunkirchen auch bei seiner örtlichen Feuerwehr engagiert. „Wie ich zum Blutspenden gekommen bin? Das war beim Bundesheer, weil man damals fürs Blutspenden einen freien Tag bekommen hat“, lacht Balber, der aber seitdem regelmäßig die möglichen sechs Blutspendetermine im Jahr wahrnimmt.

Diplompfleger Christian Balber aus Seebenstein hat bislang 170 Mal Blut gespendet und peilt die Marke von 200 Spenden an.
NOEN

Christian Balber hat aber noch eine ganz besondere Motivation zum Spenden. Da er die seltene Blutgruppe 0 negativ hat, die in der Notfallmedizin sehr wichtig ist, ist sein Blut sehr begehrt, er wird deswegen von der Blutspendezentrale regelmäßig persönlich zum Spenden eingeladen. „Weiters ist es mir wichtig, anderen zu helfen, ich kenne das ja von meiner Tätigkeit beim Roten Kreuz, wenn jemand Bluttransfusionen benötigt. Außerdem bin ich auch froh, dass ich eine Blutkonserve bekomme, wenn ich eine brauche, was zu Glück bisher noch nicht der Fall war“, fügt Balber hinzu. Auf die Frage, wie es möglich ist, so oft Blut zu spenden, antwortet er: „Ich fahre auch durchaus weiter weg, so war ich schon im Bezirk Baden, um Blut zu spenden. Ich denke, dass es auch in der Urlaubszeit und wegen Corona wichtig ist, dennoch spenden zu gehen. Ich hoffe, noch oft spenden zu können, die 200. Blutspende wäre ein Ziel von mir.“

Das Thema Coronavirus ist natürlich auch für den Neunkirchner Rotkreuz-Geschäftsführer Horst Willesberger, selbst übrigens bereits über 30-facher Blutspender, im Zusammenhang mit dem Blutspendewesen wichtig. „Der Spender muss keine Sorge haben, es ist alles so wie üblich, nur ein paar Maßnahmen erhöhen die Sicherheit: Die Kollegen messen bei jedem potenziellen Spender Fieber, es wird eine genaue Corona-Anamnese erhoben und jeder erhält einen neuen Mund-Nasen-Schutz. Weiters wird auf das Einhalten eines Mindestabstands geachtet und Desinfektion hatte ja in diesem Bereich immer schon einen hohen Stellenwert.“

Willesberger ist stolz darauf, dass keine Spendenaktion abgesagt werden musste, auch hat er nicht das Gefühl, dass in den letzten Wochen und Monaten weniger Blutspender gekommen wären. Abschließend führt Willesberger aus: „Blutspenden ist wichtig und der Bedarf besteht immer, so decken alle Blutspenden in einem Jahr im Bezirk Neunkirchen nur den Bedarf für einen Tag in Österreich, leider erreichen wir nur 3,5% der potenziellen Spender. Bei den restlichen 96,5% könnte man ansetzen.“

In diese Richtung stößt auch Vera Mair vom Rotkreuz-Generalsekretariat: „Wir haben eine Homepage gestartet, die sich an junge Menschen und Erstspender richtet und via ,www.gibdeinbestes.at‘ erreichbar ist.“

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