EU-Wahl: Jubel bei ÖVP und Grünen, Ernüchterung bei SPÖ. Während ÖVP und Grüne aus dem Bezirk über die erste Trendprognose zur EU-Wahl jubeln, wollen FPÖ und NEOS noch abwarten, zeigen sich aber ebenso zufrieden. Zähneknirschend nimmt man das Ergebnis bei der SPÖ zur Kenntnis, man hofft aber noch auf ein sechstes Mandat.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 26. Mai 2019 (18:55)
Philipp Grabner
Natschbachs Vizebürgermeister Ewald Blochberger, ÖVP-Bezirksparteigeschäftsführer Hannes Mauser und ÖVP-Bezirksparteiobmann, LAbg. Hermann Hauer jubeln über die vorläufige Prognose in der ÖVP-Bezirksparteizentrale.

Noch gibt es kein offizielles Ergebnis der EU-Wahl in Österreich, lediglich eine Trendprognose liegt seit 17 Uhr vor. Und trotzdem steht der Sieger schon jetzt fest: Die ÖVP konnte laut der ersten Prognose 7,5 Prozent zulegen und kletterte deutlich über die 30 Prozent-Marke. Was natürlich auch bei ÖVP-Bezirksparteiobmann, Landtagsabgeordnetem Hermann Hauer für Jubel sorgt: „Es hat sich gezeigt, dass das breite Team der ÖVP sehr gut angekommen ist Die Menschen haben gesehen, wer wirklich für Europa steht“, so Hauer – und er nennt auch konkrete Namen: „Othmar Karas, unser Spitzenkandidat, der in Wahrheit Europa ist oder Karo Edtstadler (aktuell ÖVP-Staatssekretärin im Innenministerin, Anm.), die für Sicherheit steht, Lukas Mandl, unser NÖ-Spitzenkandidat oder Michael Stellwag, unser Bezirksspitzenkandidat, der gezeigt hat: Er tritt nicht nur für Europa an, er lebt für Europa.“

Lobend erwähnt Hauer auch den Wahlkampf im Bezirk Neunkirchen: „Dieser war von Fairness geprägt und dafür bedanke ich mich herzlich.“ Positiv stimmt ihn auch, dass die Wahlbeteiligung gestiegen sein dürfte: „Das ist daher nicht nur ein gutes Ergebnis für die ÖVP, Österreich und Europa, sondern vor allem für die Demokratie!“


Dworak: "Sechstes Mandat für SPÖ ist möglich!"

Weniger Grund zu großem Jubel hat die SPÖ. Bezirksparteivorsitzender, GVV-Präsident und Bürgermeister Rupert Dworak spricht in einem ersten Statement von einem „bescheidenen Ergebnis“, gehe man von den bisherigen Zahlen der Trendprognose aus, in welcher die SPÖ klar auf Platz zwei landet und 23,5 Prozent erreicht – ein leichtes Minus von 0,6 Prozent.

„Ich bin aber überzeugt, dass sich das Ergebnis noch ein wenig wandeln wird, weil wir in den Städten viele Stimmen holen werden.“ Ein sechstes Mandat – laut aktueller Prognose kommt die SPÖ auf fünf – sei daher durchaus möglich, ist Dworak überzeugt. Der sogenannte „Ibiza-Skandal“ rund um Ex-Vizekanzler Heinz Christian-Strache und seinen FPÖ-Kollegen Johann Gudenus habe der ÖVP genützt, so der SPÖ-Bezirkschef weiter: „Natürlich hätten wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht, aber nun gilt es, mit voller Kraft in die Nationalratswahl zu ziehen.“

Philipp Grabner
Gemeinderätin Silvia Grasinger, Bezirksfrauenvorsitzende Gerlinde Metzger, Bundesrätin Andrea Kahofer, Bürgermeisterin Sylvia Kögler, Klubobmann Stadtrat Günther Kautz, Bürgermeister Günter Wolf, Bezirksparteivorsitzender Bgm. Rupert Dworak sowie die Bürgermeister Doris Kampichler und Peter Steinwender.

Vom Abschneiden der FPÖ – sie verliert laut erster Prognose 2,2 Prozent und erhält 17,5 Prozent – zeigt sich Dworak wenig überrascht: „Weil ich einerseits nicht davon ausgegangen bin, dass eine Woche jetzt alles ändern wird und andererseits, weil die FPÖ mit ihrer ,Jetzt erst recht‘-Aktion sicher noch einige Stimmen holen konnte.“ Lob gibt es von Dworak, aber auch von Bundesrätin Andrea Kahofer für die regionalen SPÖ-EU-Kandidaten, allen voran Jeannine Schmid, Stadträtin in Ternitz: „Sie hat einen tollen Wahlkampf gemacht, es ist ihr gelungen, zu mobilisieren und sie hat sich sehr engagiert“, so Kahofer.

 Handler: "Letzte Wochen waren nicht leicht für uns!"

Grabner
Geschäftsführender FPÖ-Bezirksparteiobmann Jürgen Handler:

Bei der FPÖ will man das endgültige Ergebnis erst abwarten. FPÖ-Landtagsabgeordneter und geschäftsführender Bezirksparteiobmann Jürgen Handler bezeichnet die erste Prognose als „viel zu ungenau“, um genaue Aussagen zu tätigen. Nur so viel: „Ein Danke geht an alle, die uns ihr Vertrauen nach diesen nicht einfachen Wochen geschenkt haben. Geht man von der Prognose aus, hat die FPÖ ja kaum verloren. Und in den letzten Wochen hat man auch an der Stimmung gemerkt, dass die Leute motiviert sind.“

Fasan: "Sensationelles Ergebnis!"

Feigl
Grüne-Vizebürgermeister Martin Fasan aus Neunkirchen:

Als „sensationell“ bezeichnet Grüne-Vizebürgermeister Martin Fasan aus Neunkirchen das Abschneiden der Grünen. Sie erreichen laut Prognose 13,5 Prozent und bleiben damit klar zweistellig – es setzt nur ein kleines Minus von einem Prozent. „Nach unserer Niederlage bei der letzten Nationalratswahl ist das großartig und zeigt, dass den Leuten der Klimawandel Sorgen bereitet und sie spüren, dass es ernst wird“, so Fasan.

Ehold: "Sehr gutes Ergebnis!"

 

NEOS
Birgit Ehold, Regionalkoordinatorin der NEOS:

Birgit Ehold, Regionalkoordinatorin der NEOS, möchte das Ergebnis ebenso abwarten. Auf Anfrage der NÖN spricht Ehold Sonntagabend aber von einem „sehr guten Ergebnis“, mit dem man „sehr zufrieden“ sein könne. Die NEOS halten laut Prognose ihr Ergebnis von 2014 und erreichen acht Prozent, minus 0,1 Prozent.

Mehr zum Ausgang der Europawahl laufend hier auf noen.at sowie in der kommenden NÖN Neunkirchen-Printausgabe!