Fasten wird wieder interessant: Pfarrer im Gespräch. Pfarrer Ulrich Dambeck aus Edlitz will zwei Aspekte miteinander verknüpfen.

Von Tanja Barta. Erstellt am 25. Februar 2020 (05:17)
In der Fastenzeit will sich Pfarrer Ulrich Dambeck besser ernähren und seinen Medienkonsum etwas einschränken.
Tanja Barta

„In den nächsten Jahren wird es sicher wieder interessanter, zu fasten“, ist sich Pfarrer Ulrich Dambeck sicher. Derzeit hat das Fasten in seinen Augen aber noch einen sehr geringen Stellenwert.

Für den Geistlichen aus dem Wechselgebiet hat das Fasten zwei verschiedene Aspekte: Zum einen den religiösen und zum anderen den des Verzichts. „Es wäre am besten, wenn man beide Aspekte ganz einfach verknüpfen könnte. Ich denke, dass der Stellenwert des Fastens in nächster Zeit wieder steigen wird. Allein schon aufgrund der Ökologisierung und des Klimawandels. Viele Menschen verzichten wieder freiwillig auf gewisse Dinge“, meint Dambeck im NÖN-Gespräch.

„Ich denke, dass der Stellenwert des Fastens wieder steigt. Allein schon wegen der Ökologisierung!“Ulrich Dambeck, Pfarrer im Wechselgebiet

Das religiöse Fasten hat mit jenem Fasten, an das viele im herkömmlichen Sinne denken, nichts zu tun, meint er. „Hier geht es um keine praktischen Dinge, wie abnehmen oder sonstiges. Beim religiösen Fasten geht es allein darum, Gott etwas näher bei sich spüren zu können“, erklärt der Pfarrer.

Das Fasten in der Religion hat übrigens eine lange Geschichte. „Die ersten zwei Jahrhunderte hat es das Fasten in der katholischen Kirche eigentlich nicht gegeben. Danach hat man mit dem Karfreitag begonnen. Das Ganze wurde dann auf die Karwoche ausgeweitet“, gibt Dambeck Einblick in die Geschichte.

Da Jesus aber 40 Tage gefastet hatte, beschloss man, die 40 Tage vor Ostern zu fasten. „Hier muss man aber beachten, dass der Sonntag nicht miteinberechnet wird. Sonst wären es insgesamt 46 Tage. Das wissen einige nämlich nicht!“, klärt der Pfarrer auf.

Dambeck selbst fastet natürlich auch. Es gibt 40 Tage kein Fleisch, keinen Alkohol und keine Schokolade. „Den Medienkonsum werden ich auch einschränken. Ich werde Facebook-Fasten und nur einmal in der Woche am Abend fernsehen!“