Gastronomie & Kultur: Covid-Maßnahmen finden Anklang. Gastronomie und Kultur im Bezirk Neunkirchen begrüßen die neu verkündeten Maßnahmen der Landesregierung, müssen aber oft flexibel reagieren.

Von Tanja Barta, Christian Feigl, Johannes Authried und Philipp Grabner. Erstellt am 30. September 2020 (05:45)
Bezirkswirtesprecher Hannes Beisteiner bereitet schon einmal Zettel und Bleistift für die Gästeregistrierung vor.
Christian Feigl

Bis dato ist der nach den neu verkündeten Maßnahmen erwartete Telefonansturm bei Bezirkswirtesprecher Hannes Beisteiner ausgebelieben: „Ein paar Kollegen haben sich gemeldet, da ging es hauptsächlich um die Abwicklung der Gästelisten“, erzählt er der NÖN beim Lokalaugenschein in seinem Wirtshaus in Peisching. Viel helfen konnte er ihnen aber nicht: „Es ist noch einiges unklar, so auch, ob wir eine Formvorlage dieser Listen von der Wirtschaftskammer bekommen!“

Er könne jedenfalls so wie viele seiner Kollegen gut damit leben: „So können wir länger als bis 22 Uhr geöffnet haben, das ist besser als nichts.“ Mit der Gäste-Disziplin sieht er keine Probleme: „Viele reservieren ohnehin bereits im Vorfeld und ich glaube, dass die Bereitschaft zum Ausfällen der Liste da ist. Überprüfen können wir den Wahrheitsgehalt aber ohnehin nicht.“

Digitale Lösung statt Zettelwirtschaft

Auch Rudi Grubich, Chef der Cafe-Bar „Cult Italia“ am Holzplatz in Neunkirchen, findet die Maßnahmen des Landes in Ordnung. „Besser so, als zusperren. Hier geht die Gesundheit einfach vor, das verstehe ich auch.“ Er hofft nur, dass die Gäste die Maßnahme einer Namensliste nicht als Überwachung ansehen. „Viele glauben nämlich, dass man dadurch nur wissen möchte, wer wie oft ins Kaffeehaus geht. Hier geht es nicht um Überwachung, das ist ganz einfach eine Vorsichtsmaßnahme“, so Grubich. Der bürokratische Aufwand, der nun zur normalen Arbeit hinzukommt, schmeckt ihm jedoch nicht wirklich. „Es wäre super, wenn es statt der ganzen Zettelwirtschaft, die wir dann haben werden, eventuell eine digitale Gästeliste geben könnte. Das wäre für uns um einiges einfacher“, so der Gastronom.

Vorbereitet auf mögliche Änderungen und neue Maßnahmen ist man im Literatursalon Wartholz in Reichenau. Auch hier steht vor allem die Gesundheit der Besucher im Fokus. Kulturchef Christian Blazek hat bereits im Sommer ein Hygiene- und Betriebskonzept erarbeitet sowie den Salon mit einer Fiebercheck-Kamera und einem Zählwerk ausgestattet. „Mit diesen Maßnahmen war ein erfolgreicher und vor allem sicherer Ablauf der Veranstaltungen unseres Sommerkulturprogramms ‚SommerSalon Wartholz 2020‘ möglich“, so Blazek gegenüber der NÖN. Zusätzlich ist auch noch ein Covid-19-Präventionskonzept in Arbeit, das noch stärker die Abläufe und Vorgaben präzisieren soll.

„Unsere Gäste haben sich im Sommer sehr wohl und auch sehr sicher bei uns gefühlt und dieses Vertrauen möchten wir auch weiter erhalten“, so Blazek. Auf mögliche Änderungen der Ampelfarben im Bezirk ist man im Literatursalon ebenfalls vorbereitet: „Auf Änderungen, die sich aus den Ampelfarben ergeben, sind wir – soweit bekannt – vorbereitet, auf kurzfristige Anpassungen, die komplett neu sind, müssen wir ohnehin flexibel reagieren.“

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