Grippewelle: Krankenstände mehr als verdoppelt. Auch im Krankenhaus werden Fälle mit echter Grippe stationär behandelt. Und der Höhepunkt kommt erst!

Von Christian Feigl. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:01)
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Sie ist voll im Anrollen, die Grippewelle. Das hört man nicht nur aus Erzählungen, sondern wird auch mit Krankenstandszahlen von der Bezirksstelle der Gebietskrankenkasse Neunkirchen belegt.

„Waren es in der letzten Woche des Jahres 2017 noch 97 Neuerkrankungen, so haben wir in der ersten Jännerwoche einen markanten Anstieg auf 236 registriert“, kennt Eva Kaghofer die Statistik. Und aus Erfahrung weiß sie: „Die Tendenz ist steigend, der Höhepunkt liegt mit Sicherheit noch vor uns!“

Auch im Landesklinikum Neunkirchen wurden auf der Internen Abteilung gegen das Wochenende sogar vier Personen mit echter Grippe stationär behandelt, wie Abteilungsvorstand Georg Röggla auf Anfrage der NÖN bestätigt. Spitalsmitarbeiter sind aktuell davon keine betroffen.

Dass vor allem die niedergelassenen praktischen Ärzte über Arbeitsmangel in den vergangenen Tagen nicht klagen können, bestätigt Bezirksärztevertreter Michael Tischler, der in Pitten seine Ordination betreibt: „Es ist sicherlich ein erhöhtes Aufkommen bemerkbar, aber noch gibt es keine gröberen Probleme, wobei der Höhepunkt in den nächsten Tagen zu erwarten sein wird.“

"Echte Grippe bis jetzt weniger darunter"

Wie viele Fälle echter Grippe unter seinen Patienten seien, könne er allerdings nicht genau sagen, da er wie die meisten seiner Kollegen keine Abstriche mache: „Aber es werden schon einige dabei sein!“

Ein vermehrtes Auftreten grippaler Infekte bemerken derzeit auch die Praktiker Günter Schierk aus Willendorf und Günter Hecher aus Reichenau: „Die Welle rollt an, echte Grippe ist aber eher bis jetzt weniger darunter!“ Übereinstimmend wissen die Mediziner aber eines zu berichten: Die Impfmoral zur Abwehr der echten Grippe ist bei der Bezirks-Bevölkerung sehr gering: „Keine zehn Prozent lassen sich impfen“, weiß auch Christian Freis aus Neunkirchen.

Mitarbeit: Tanja Barta, Philipp Grabner und Clemens Thavonat

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